Einen ganzen Tag lang nichts einkaufen, obwohl man frei hat und die Läden offen sind - für manche/n "Shopaholic" unmöglich und angesichts des schnell nahenden Heiligen Abends eine Herausforderung, oder? Nein, denn der 8. Dezember ist nicht einfach nur ein arbeitsfreier Tag, sondern auch das Hochfest Mariä Empfängnis, oder, wie die Katholische Aktion (KA) und die Katholische ArbeitnehmerInnen-Bewegung (KAB) auffordern: ein "Kauf-Nix-Tag".
Wer kennt das nicht - es sind nur mehr knapp zwei Wochen bis Heilig Abend und die Geschenke noch nicht alle besorgt. Da bietet sich ein freier Arbeitstag geradezu für eine Einkaufstour an - wann hat man schließlich schon die Möglichkeit einen Feiertag fürs Shoppen zu nutzen? Davon wollen die Katholische Aktion (KA) und die Katholische ArbeitnehmerInnen-Bewegung (KAB) aber nichts wissen und laden alle Menschen ein, an diesem Tag ein Zeichen zu setzen und "dem Einkaufswahn einen Riegel vorzuschieben".
Menschsein ist mehr als Kaufkraft
Der Marienfeiertag sei eigentlich als Ruheort in der hektischen Vorweihnachtszeit gedacht, "doch wirtschaftliche Interessen drängen diesen Pol mehr und mehr zurück und die Menschen in die Einkaufszentren", heißt es in einer Aussendung. Menschsein sei mehr als Kaufkraft, erklärt der St. Pöltner KA-Präsident Armin Haiderer und weist gleichzeitig auf ein Paradoxon hin: Zum einen würden die Leute immer mehr zu Recht über die Hektik in der Vorweihnachtszeit jammern, zum anderen verzichte aber viele Menschen freiwillig auf einen Feiertag.
Auszeit vs. Kaufzeit
Sonn-und Feiertage hätten sich "seit Jahrhunderten als eine Auszeit für die Menschen bewährt", so Haiderer. Wirtschaftliche Interessen wollten diese sinnvollen Traditionen aber untergraben, bzw. sogar "zerstören". Dehalb sollen Christen dem Widerstand entgegensetzen. Als Lösung schlägt Haiderer vor Mitgliedern der Familie, Nachbarn und Freunde zu bitten am 8. Dezember auf einen Einkauf zu verzichten und sich dafür Zeit zu nehmen zum Ausspannen, zu Gesprächen und zum Nachdenken.
Einkaufen sei 1995
Im Jahr 1995 einigten sich die österreichischen Sozialpartner auf eine Ladenöffnung am 8. Dezember und damit auf eine Ausnahmeregelung vom geltenden Arbeitsruhegesetz. Seither gibt es jedes Jahr Widerstandsaufrufe aus den Reihen der Kirche, den Marienfeiertag nicht als eine Art "fünften Weihnachtseinkaufssamstag" einzuebnen.
Den 8.12. schenken
"Widerstand" leisten manche Handelsunternehmen, die ihren Mitarbeiter/innen am 8. Dezember ebenfalls einen arbeitsfreien Tag gönnen. "Wir schenken unseren Mitarbeitern den 8.12", erklärt Billa auf einem aktuellen Flugblatt. Auch die Baumärkte der "bauMax"-Kette bleiben am Feiertag geschlossen. "Genießen Sie den Feiertag!", heißt es seitens des Konzerns. Als "Grund zum Feiern" nennt die Werbeabteilung, dass am 7. Dezember Einkaufenden die Mehrwertsteuer rückerstattet wird.
Den Tag des Herrn heiligen
Von freien Tagen - in dem besonderen Fall von freien Sonntagen - als "unverzichtbares Gut der Gesellschaft" ist auch bei der "Allianz für den freien Sonntag" die Rede, die schon lange gegen eine "Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft" kämpft. "Du sollst den Tag des Herrn heiligen", erinnerte der Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz an das dritte der Zehn Gebote.
Von Simone Rinner veröffentlicht am 06.12.2011

