Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsunterscheidung: Unter diesem Thema steht die Bischofssynode 2018. Schon im Voraus gibt es nun für junge Menschen die Möglichkeit, einen Online-Fragebogen auszufüllen, der sich in jugendgerechter Sprache mit den Themen der Generation Y auseinandersetzt - bisher nur auf Italienisch, jetzt auch auf Deutsch.

Bereits Mitte Juni wurde der Online-Fragebogen zur Jugendsynode erstmals veröffentlicht. Er wendet sich an alle zwischen 16 und 29 Jahren und bietet jungen Menschen die Möglichkeit, von ihren Lebensrealitäten und kirchlichen Erfahrungen zu berichten. Der Fragebogen ist so konzipiert, dass man jede Frage beantworten muss, um zur nächsten Frage zu gelangen, dabei wird mit einer Bearbeitungszeit von ungefähr 20 Minuten gerechnet. Die dabei entstandenen Ergebnisse werden dann vom Vatikan ausgewertet und finden Eingang in die Synodenvorbereitung.

Parla italiano?

Für all jene, die diese Überschrift mit nur Müh und Not oder eben gar nicht übersetzen können, wäre auch der anfängliche Fragebogen zum Problem geworden. Denn dieser war bei seiner ersten Aussendung nur auf Italienisch zu bearbeiten. Auf dieses Problem hin sind die Deutsche, Österreichische und Schweizer Bischofskonferenz gemeinsam aktiv geworden. Die deutschsprachige Fassung wurde unter Federführung der Deutschen Bischofskonferenz in Zusammenarbeit mit dem Bund der deutschen katholischen Jugend und der Aktion "Nightfever" erstellt, um insbesondere eine jugendgerechte Sprache zu ermöglichen.

Über einen Link kommt man direkt zur Umfrage in ihrer Standardversion auf Italienisch. Über das rechts oben befindliche Auswahlmenü kann dann die deutschsprachige Ausgabe aufgerufen werden.

Was erwartet einen?

Die Fragen sind an das Individuum gestellt und drehen sich hauptsächlich um Selbstverwirklichung im Leben und Soziale Medien. Zuletzt wird noch die Frage der Gläubigkeit aufgerollt, in Teilfragen zur Häufigkeit der Sakralraumbesuche, der Religionsangehörigkeit, aber auch durchaus die Möglichkeit der Kritikäußerung an der katholischen Kirche. Meist sind die Antworten in ein Auswahlverfahren von 1 (trifft gar nicht zu) bis 5 (trifft voll zu) einzureihen, gelegentlich gibt es allerdings auch die Chance auf Multiple Choice oder Schreibfelder, in denen persönliche Kommentare hinterlassen werden können.

Erfreute Stimmen

Jugendbischof Stephan Turnovszky ruft nun die jungen Leute auf, sich zu beteiligen. "Gerade die zahlreichen kirchlichen Jugendlager und Sommerevents für junge Menschen bieten eine gute Gelegenheit, sich mit der Umfragen und ihren Themen zu befassen", regte der Wiener Weihbischof im Interview mit "Kathpress" an und meinte überdies, die Online-Umfrage wäre ein "wertvolles Mittel der Beteiligung junger Menschen an der Bischofssynode".

Auch die anderen österreichischen Bischöfe sehen eine Chance in der Jugendbeteiligung und loben die Initiative. Dabei wird laut, dass die Vorbereitung der Bischofssynode "deutlich die Handschrift von Papst Franziskus" und die von ihm geforderte "pastorale Umkehr" trage. Gemeint sei damit ein "echtes Interesse an den Lebensrealitäten der jungen Menschen".

Neben der Onlineumfrage hat der Vatikan einen weiteren Fragebogen als Teil des offiziellen Vorbereitungsdokuments zur Beantwortung an die Bischofskonferenzen in aller Welt geschickt. Gemeinsam mit den zuständigen kirchlichen Fachstellen werden in Österreich die vier Bischöfe Franz Lackner (in der Bischofskonferenz zuständig für den Bereich Universitäten), Wilhelm Krautwaschl (Schule und Berufungspastoral), Anton Leichtfried (Geistliche Berufe) und Stephan Turnovszky (Jugend) diesen Fragebogen bearbeiten. Sie sind auch generell mit der Vorbereitung auf die Synode befasst.

Bis zum 30. November 2017 kann man sich an der Umfrage des Vatikans beteiligen: Hier kommen Sie zum Fragebogen.

Quelle: kathpress / red