Nicht nur für Frauen ist dieses sommerliche Fest. Auch wenn das Frau-Sein gefeiert wird und Blumen und Kräuter gebunden werden. Denn Schönheit bewegt uns alle, Ganzheit ebenso und Heil wünschen sich Männer ebenso wie Frauen. Maria Himmelfahrt ist also ein Fest für alle - auch für alle Sinne.

Eine Legende erzählt, dass die Jünger nach dem Tod Marias in deren Grab keinen Leichnam vorgefunden hätten. Stattdessen war es angefüllt mit Rosen und Lilien und Heilkräuter sprossen um das Grab. Anstelle von Verwesungsgeruch also Wohlgeruch, anstelle des Todes sprießendes Leben!

Diese Legende umschreibt jene große Hoffnung, die uns als ChristInnen durch unser gesamtes Leben begleitet. Aus Todesgerüchen werden Lebensdüfte, aus Zerstörerischem wird Aufbauendes, Abgründiges wird von Höhenflügen abgelöst. Unsere Aufgabe ist es lediglich, "Ja" zu sagen, zu dem, was das Leben gerade für uns bereit hält. So wie Maria.

Vertrauen

Ein solches "Ja" setzt Vertrauen voraus. Vertrauen darauf, dass wir geführt werden, dass alles Geschehen Sinn birgt - wenn auch oft verborgenen. Dieses Vertrauen, so feiert die Kirche, ist Maria gegeben - und sie verliert es nicht. Sie ist darin aufgehoben und geborgen, mit allem, was sie ist. Das Bild der Aufnahme in den Himmel, das bei-Gott-Sein mit Leib und Seele, macht dies deutlich.

Was an Maria geschieht, kann sich an jedem Menschen vollziehen, wohl nicht nur an Frauen. Die Aufgabe des "Ja"-Sagens erweist sich jedoch als keine leichte. Denn nicht immer läuft das Leben nach unseren Vorstellungen und Plänen und nicht alles, was zu uns gehört, ist uns willkommen. Vielmehr tragen wir Bilder in uns von dem, was wir gerne wären. Sie stehen uns dann im Weg wenn es darum geht, anzuschauen, wer wir wirklich sind.

Gelingt uns das "Ja", dann gelingt unser Leben, sogar über den Tod hinaus. Dann bewahrheitet sich das große Vertrauen und wir werden endgültig hineingenommen in die Fülle, in die Geborgenheit, in das große Eins-Sein.

Verbindung zur Natur

Um ein Eins-Sein geht beim Fest Maria Himmelfahrt auch in Bezug auf die Schöpfung. Es verweist nicht nur auf die Schönheit der Natur, sondern auch auf die große Kraft, die in der Verbindung mit ihr erlebbar wird. In einer hochtechnisierten Welt, in der Kinder den Wald vielfach nur noch von Bildern und Filmen kennen, wird der direkte Kontakt zur Natur immer wichtiger. Die Heilkraft der Pflanzen wird zunehmend gefragter. So gewinnt der alte Brauch der Kräuter- und Blumenweihe vielerorts an Bedeutung, er kann wieder mit Sinn und mit dem Alltag verbunden werden.

Von Patricia Begle veröffentlicht am 13.08.2012

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