25 Flüchtlinge aus Somalia, Eritrea und dem Südsudan haben Italien über einen humanitären Korridor erreicht, 475 weitere sollen folgen. Ein wichtiger Tropfen auf einen heißen Stein.

„Was würde Jesus tun?“ ist eine dieser moralischen Leitplankenfragen, die man sich immer mal wieder stellen kann und sollte. Die Mitglieder der Gemeinschaft Sant’Egidio, die Union Evangelischer Kirchen in Italien und die Waldenser-Kirche haben das offenbar getan, denn anders ist ihr Einsatz für Flüchtlinge kaum zu erklären: Zum wiederholten Mal haben sie einen humanitären Korridor auf die Beine gestellt, der es 25 Menschen aus Somalia, Eritrea und dem Südsudan ermöglicht hat, auf sicherem Wege nach Rom zu reisen. Ohne Schlepper, ohne chaotische Schlauchbootüberfahrt, ohne Schlingern, Kentern, Tod. 25 von… ach, viel zu vielen, die in den Lagern in Äthiopien und anderswo auf einen Weg nach Europa und ein besseres, sicheres Dasein hoffen.

Politische Wende

„Was als ein Projekt unter vielen begonnen hat, ist nun zu dem Projekt schlechthin geworden, zu einem zukunftsweisenden Weg“, so Mario Morcone, Stabschef des italienischen Innenministers, laut einer Aussendung der Gemeinschaft bei der Begrüßung der Neuankömmlinge in Rom. „Wir legen Wert darauf, dass die Menschen nicht mehr ihr Leben in der Wüste und auf dem Meer riskieren müssen. Das ist eine bedeutende Wende in der Politik unseres Landes. Sie sind der lebenden Beweis für diese Wende, und da gibt es für uns kein Zurück mehr“, fügte er hinzu, und bezog sich dabei auch auf die begonnen Bemühungen, tausende Migranten aus Libyen zu evakuieren.

Das Experiment der „humanitären Korridoren“ wurde im Februar 2016 von der Gemeinschaft Sant’Egidio, der Union Evangelischer Kirchen in Italien und der Waldenser-Kirche ins Leben gerufen. Bisher hat es die Einreise von 1000 Syrern ermöglicht, die sich als Flüchtlinge im Libanon aufhielten. Laut der bereits unterzeichneten Protokolle sollen weitere 1000 Syrer und 500 Afrikaner, die als Flüchtlinge in Äthiopien leben, nach Italien kommen.

Hilfe von A bis Z

Die Schutzbedürftigkeit der Menschen sei das Hauptkriterium für die Auswahl zur Teilnahme am Programm, so die Gemeinschaft Sant’Egidio in einer Aussendung. Die Neuankömmlinge würden von den teilnehmenden christlichen Gemeinschaften und anderen ehrenamtlichen Gruppen begleitet durch Unterbringung, Sprachkurse, behördliche Prozeduren und berufliche Bildung, um eine möglichst schnelle Integration zu ermöglichen. Finanziert werde die Aufnahme aus Kirchensteuermitteln.

Quelle: Gemeinschaft Sant'Egidio / religion.orf.at / red