Es ist ein Satz, der die heute zu Ende gegangene Bischofskonferenz in Mariazell auf den Punkt bringt: „Die Gerechtigkeit einer Gesellschaft zeigt sich darin, wie in ihr mit den Schwächsten umgegangen wird“ heißt es mitten in der Abschlusserklärung, die sich auf drei Themen beschränkt.

Die allerdings haben es in sich: „Armut“, „Gewalt und Terror“ und „Jugend“ sind die drei Komplexe, mit denen sich Österreichs Bischöfe seit Montag intensiv auseinandergesetzt haben – und die – jedes auf seine Weise – von diesem einen Satz berührt werden.

An der Seite der Armen

Bei Punkt Eins – der Armut – ist das ziemlich offensichtlich. Trotzdem besteht nach wie vor massiver Handlungsbedarf. Das hat zuletzt Papst Franziskus betont, als er Profitgier verdammte und einen „Welttag der Armen“ ausrief, der heuer erstmals am 19. November begangen wird – Motto „Liebt nicht mit Worten, sondern mit Taten“.

Österreichs Diözesen tun genau das, wenn sie rund um den Aktionstag u. a. nachbarschaftlichen Begegnungen mit Bedürftigen ermöglichen, außerdem eine Spendensammlung durch die Caritas initiieren. Aber auch vorher und nachher geht es den Bischöfen darum, Politik und Gesellschaft für Ursachen von Armut zu sensibilisieren, gemeinsam Lösungswege zu erarbeiten und immer wieder an die Verantwortung des „reichen“ Europas für die hier lebenden Menschen und Menschen auf der ganzen Welt zu erinnern.

Friede ist die Antwort

Eine Haltung, die auch Punkt 2 – die Menschheit im Angesicht von Gewalt und Terror – beeinflusst: „Selig die Frieden stiften, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden“ zitiert die Abschlusserklärung die Bergpredigt und ruft dazu auf, konfrontiert mit immer neuen, immer heftigeren Terrornachrichten weder abzustumpfen, noch sein Handeln von Angst und dem Wunsch nach Vergeltung leiten zu lassen. Allen nötigen Vorsichtsmaßnahmen zum Trotz, die von den Bischöfen intensiv diskutiert wurden, müsse es vor allem darum gehen, die Gewaltspirale zu durchbrechen und ihr Friedfertigkeit und Mitgefühl entgegenzusetzen.

Hausaufgaben in Sachen Jugend

Schon im allernächsten Umkreis: Dort, wo diese Kräfte Gesellschaft gestalten, profitieren alle davon. Die Armen, die Ängstlichen und die, die noch gar nicht so richtig wissen wohin mit sich in dieser Welt. Die päpstliche Jugendsynode war das dritte große Thema der Beratungen in Mariazell. Parallel zur Tagung veröffentlichte der Vatikan einen Fragebogen an Jugendliche. Ihre Wünsche, Sorgen und Fragen sollen in die Gestaltung eingehen, weshalb auch Österreichs Jugend von den Bischöfen herzlich eingeladen ist, der Synode mit ihren Antworten ein „echtes“ Gesicht zu geben.

Hier soll auch die kommende Bischofskonferenz im Herbst anknüpfen; entsprechenden (Haus-)Aufgaben wurden in Mariazell verteilt.

Zum Fragebogen zur Jugendsynode »

Quelle: Österreichische Bischofskonferenz

Quelle Foto: Foto Kuss Mariazell via Kathpress