Will man dem Maya Kalender Glauben schenken, so geht die Welt am 21. Dezember 2012 bekanntlich unter. Will man dem "Club of Rome" glauben, kommen düstere Zeiten mit Dürre, Überflutungen und Stürmen auf uns zu. Forscher haben ihre Prognosen zusammengetragen und ein Blick in die Zukunft gewagt. 40 Jahre um genau zu sein. Was dabei rausgekommen ist? Der Report "2052".

Wie sieht die Welt im Jahr 2052 aus? Dieser Frage sind Wissenschaftler für den "Club of Rome" nachgegangen und haben eine "Globale Vorhersage für die nächsten 40 Jahre" gewagt. Und die ist alles andere als rosig. Von mehr Dürren, Fluten und extremen Wetter ist die Rede - bedingt durch den Klimawandel. Dieser wird sich in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts nämlich dramatisch verstärken und dadurch viel Leid verursachen, so die Prognose. "Die negativen Auswirkungen werden deutlich sein", warnte der Autor des Reports, der norwegische Wirtschaftsexperte und Zukunftsforscher Jørgen Randers.

Die Grenzen des Wachstums
40 Jahre ist es bereits wieder her, seit der Club of Rome den legendären Bericht "Die Grenzen des Wachstums", zusammengestellt vom US-Ökonomen Dennis L. Meadows, präsentierte. Ausgehend von den zentralen Faktoren Industrialisierung, Ernährungslage, Bevölkerungswachstum, Rohstoffressourcen und Zerstörung von Lebensraum mündete der Bericht in die Aussage, dass bei unverändert voranschreitender Entwicklung "die absoluten Wachstumsgrenzen auf der Erde im Laufe der nächsten hundert Jahre erreicht" würden.

Doppelt so viel Treibhausgas
Nun, im Jubiläumsjahr, soll eine neue Prognose angestellt werden. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob die Menschheit auf einen umweltfreundlicheren Pfad umschwenken kann, bevor es zu spät ist. "Die Menschheit hat die Ressourcen der Erde ausgereizt und wir werden in einigen Fällen schon vor 2052 einen örtlichen Kollaps erleben", erklärte Randers bei der Präsentation der Ergebnisse in Rotterdam. "Wir stoßen jedes Jahr doppelte so viel Treibhausgas aus wie Wälder und Meere absorbieren können."

Schlechte Aussicht(en)
Das ist an sich schon keine gute Nachricht. Die Thesen gehen aber laut Standard noch weiter:
- Die Weltbevölkerung wird kurz nach 2040 bei 8,1 Milliarden Menschen ihren Höchststand erreichen und dann zurückgehen.
- Das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird langsamer als erwartet steigen. Um das Jahr 2050 wird das weltweite BIP 2,2 mal größer sein als heute.
- Der Produktivitätszuwachs wird geringer ausfallen als in der Vergangenheit, weil viele Volkswirtschaften ihr Entwicklungspotenzial ausgeschöpft haben und weil soziale Verteilungskämpfe und extreme Wetterbedingungen zunehmen werden
- Das Ausbleiben von engagierten und konsequenten Reaktionen der Menschheit in der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts wird die Welt in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts auf einen gefährlichen Pfad der sich selbst verstärkenden globalen Erwärmung bringen.
- Verlieren wird überraschenderweise die aktuelle globale Elite, besonders die USA (...). China wird der Gewinner sein. ... Alle - und besonders die Armen - leben in einer zunehmend chaotischen und klimageschädigten Welt.


Fliegen, Fleisch, Fahren, und Wohnen wie im Fass
Warum ist das so? Die Gründe für die düsteren Prognosen liegen unter anderem am Konstumverhalten des Menschen. Vor allem in der westlichen Welt leben wir über unsere ökologischen Verhältnisse, erklärt Aktivist Wolfgang Pekny. Dem könnte man mit der "4-F-Regelung" entgegenwirken: "Fliegen, Fleisch, Fahren, und Wohnen wie im Fass". Letzteres bedeutet nichts anderes, als dass unsere Wohnungen und Häuser kleiner sein sollten und vor allem besser isoliert.


Club of Rome
Der "Club of Rome" ist ein Zusammenschluss von Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft. Die gemeinnützige Organisation mit rund 100 Mitgliedern aus mehr als 30 Ländern setzt sich für eine lebenswerte und nachhaltige Zukunft der Menschheit ein. Sie will das Bewusstsein für die komplexen Probleme der Erde und mögliche Lösungen fördern. (standard/orf/red)

 

Von Simone Rinner veröffentlicht am 15.05.2012

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