Der Kongress des Weltverbandes der Suizidhilfe-Organisationen findet dieser Tage in Zürich statt. Die Diözese Chur nimmt dies zum Anlass, die Standpunkte der katholischen Kirche zur Euthanasie in Erinnerung zu rufen. Darin wird das eindeutige Nein der Kirche zu aktiver Sterbehilfe bekräftigt.
Der alle zwei Jahre stattfindende Weltkongress der "World Federation of Right-to-Die Societies" geht heuer vom 12. bis 18. Juni in Zürich über die Bühne. Dem Weltverband gehören 55 Suizidhilfe-Organisationen an, die rund 100 Delegierte zu dem Kongress nach Zürich schicken. Sie kommen auf Einladung der Schweizer Suizidhilfe-Vereinigung "Exit", die ihr 30-jähriges Bestehen begeht. In der Schweiz bestehen äußerst liberale Regelungen, was die begleitete Selbsttötung betrifft. 305 Personen hat Exit 2011 nach eigenen Angaben bei der Selbsttötung begleitet. "Exit" wird immer wieder auch von Bürgern aus den Nachbarländern Österreich und Deutschland in Anspruch genommen, wo Formen aktiver Euthanasie verboten sind.
Die Mitarbeiter der Diözese Chur erhielten im Blick auf den Kongress ein Argumentarium mit Aussagen aus weltkirchlichen Dokumenten. In dem "Info-Mail" an die rund 700 Mitarbeitenden des Bistums werden zum Thema Sterbehilfe weltkirchliche Aussagen zitiert. Sie stammen aus dem Katechismus der katholischen Kirche und aus der Enzyklika "Evangelium vitae" (1995) von Papst Johannes Paul II. "Die Moral verlangt keine Therapie um jeden Preis", heißt es zum Beispiel im Katechismus. Oder auch: "Schmerzlindernde Mittel zu verwenden, um die Leiden des Sterbenden zu erleichtern selbst auf die Gefahr hin, sein Leben abzukürzen, kann sittlich der Menschenwürde entsprechen, falls der Tod weder als Ziel noch als Mittel gewollt, sondern bloß als unvermeidbar vorausgesehen und in Kauf genommen wird."
Palliativmedizin stärken
Daneben wird die offizielle Lehre der Kirche in einigen frei formulierten Fragen und Antworten verdeutlicht. So wird etwa auf den sozialen Druck in der Frage des Suizids hingewiesen: "Die Akzeptanz des verfügbaren, technischen Suizids erzeugt Druck auf Menschen, die nicht so sterben wollen. Es ist, als würden sie unnötig lange zur Last fallen und Kosten verursachen. Zugleich nimmt die Fähigkeit der Gesellschaft ab, Ohnmacht und Leiden als Lebensrealitäten zu akzeptieren und gemeinsam zu tragen."
Wenn es um das Leid der Betroffenen gehe, so brauche eine Stärkung der Palliativmedizin, heißt es weiter: "Es zeigt sich, dass die meisten Menschen nicht sterben wollen, wenn der Schmerz erträglich ist. Die meisten wollen aber sterben, wenn man sie allein lässt." Es brauche deshalb "mehr Solidarität mit den Kranken" sowie "ein neues Verhältnis zum Leiden, als Ort der Lebensbewältigung und des Mitgefühls". (Kathpress)
Von Patricia Begle veröffentlicht am 11.06.2012
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