Gernot Müller-Jochum referierte über die Möglichkeit, zum einen geldlos zu handeln, zum anderen, Talente in der Region zu halten und so zu umweltbewusstem, zugleich die Regionen zu stützenden Wirtschaftens zu gelangen.

Zwei Organisationen werden bei www.talentiert.at zusammengefasst: Der Talente-Tauschkreis Vorarlberg sowie die Talente Genossenschaft. Bei beiden handelt es sich um ehrenamtlich gegründete Plattformen, die sich vor allem der regionalen Wirtschaft und der Geldbindung in der Region verschrieben haben. „Die Talenttauchkreise sind so gut“, meinte Müller-Jochum, „wie die Personen, die sich dieser Philosophie verschrieben haben“.

Der Wechselkurs: Hundert Talente sind eine Stunde. 115 Talente beispielsweise sind übersetzt 10 Euro wert.

Im Mittelpunkt der Talente-Organisationen steht nach wie vor die Nachbarschaftshilfe, wenn auch eine „erweiterte“. Jeder bringt ein, was er gerne tut. 

Vom Talent zur Region

Ein zweiter, wesentlicher Schritt ist inzwischen die Nahversorgung geworden. So haben sich die Talente-Organisationen der Wertschöpfung in Gemeinden verschrieben. Durch Einbindung kleiner Betriebe im Sinne von Netzwerken soll der regionale Handel gestützt werden. Die bedeutet nicht weniger, als dass die Kultur einer Gemeinde, einer Region erhalten bleibt, das Vereinsleben in besonders und damit das gesellschaftliche Leben, besonders in kleinen Orten, aktiv bleibt.

Warenkreisläufe in der Region müssen und sollen also gestärkt werden.

Derzeit sind 140 Betriebe beteiligt, ist eine Gemeinde eingebunden, vier weitere Regionen beschäftigen sich mit der Idee, eine eigene Währung aufzulegen. Als positiv umgesetztes Beispiel nennt Müller-Jochum die Bregenzerwälder Gemeinde Langenegg mit ihren 1.100 EinwohnerInnen. Die Kaufkraftbindung dort belief sich im vergangenen Jahr auf 300.000 Euro, somit nicht weniger dem Wert der Absicherung von zehn bis 12 Arbeitsplätzen. 60 Prozent der EinwohnerInnen kauften vermehrt im Ort ein.