Keine Glaskugel und kein Kaffeesatz der Welt sind so genau wie diese Vorhersagen für das neue (Kirchen-)Jahr...

Es ist wieder Synodenjahr – im Oktober nächsten Jahres tagen Bischöfe aus aller Welt in Rom unter dem Motto „Die Jugend, der Glaube und die Berufungsunterscheidung“. Die junge Generation zur Verantwortung in Politik und Glaube, Gesellschaft und Ökologie zu ermutigen und zu befähigen, ist Papst Franziskus ein ernstes Anliegen.

Jubiläen, Jubiläen...

In Österreich zählt die Einführung der überarbeiteten Einheitsübersetzung der Bibel zu den bereits absehbaren Fixpunkten. Ab dem ersten Adventsonntag 2018 werden die Gläubigen bei den Lesungen in den Gottesdiensten die leicht veränderten Bibeltexte zu hören bekommen. Zu erwarten ist außerdem, dass der Papst im Lauf des Jahres einen Nachfolger für den 77-jährigen Bischof Klaus Küng in St. Pölten ernennt.

Besondere Jubiläumsmonate stehen für die flächenmäßig größte und die kleinste Diözese des Landes an: Die steirische Diözese Graz-Seckau feiert bis September den 800. Jahrestag ihrer Gründung. Höhepunkt ist ein zweitägiges Jubiläumsfest am 23./24. Juni. Seit 50 Jahren besteht in Vorarlberg Österreichs jüngstes und auch kleinstes Bistum: Die Gründung der Diözese Feldkirch wird u.a. mit einem Fest am Bregenzer Festspielareal am 26. Mai und einem Festgottesdienst in Feldkirch am Gründungstag am 8. Dezember gefeiert.

Eine Premiere erlebt die Österreichische Bischofskonferenz: Erstmals tagen die Bischöfe im März in Sarajevo bei der Frühjahrsversammlung gemeinsam mit ihren Amtskollegen aus Bosnien-Herzegowina

... Jubiläen

Österreich begeht in den kommenden Monaten ein großes Gedenkjahr. Neben der Republiksgründung vor 100 Jahren im November 1918 soll u.a. auch an den "Anschluss" an Hitlerdeutschland 1938 – die Kirche blickt hier besonders auf das unrühmliche Kapitel der damaligen Unterzeichnung der „Feierlichen Erklärung“ durch die heimischen Bischöfe – sowie an das Novemberpogrom im selben Jahr erinnert werden.

Seit 60 Jahren besteht die von der Katholischen Frauenbewegung getragenen „Aktion Familienfasttag“, bei der in der Fastenzeit für Hilfsprojekte zugunsten benachteiligter Frauen in globalen Entwicklungsregionen gesammelt wird. Das Jubiläum wird im November mit einem dreitägigen Symposion in Salzburg gefeiert. An seine Gründung vor 100 Jahren erinnert 2018 auch das heimische Canisiuswerk.

Christen aus aller Welt werden das 200-Jahr-Jubiläum des Weihnachtslieds „Stille Nacht, heilige Nacht“ feiern, das am 24. Dezember 1818 in der Salzburger Pfarrkirche Oberndorf während der Christmette erstmals gesungen wurde. Schon Ende September startet in neun Museen und Orten in Salzburg, Oberösterreich und Tirol eine gemeinsame dezentrale Landesausstellung zum Jubiläum.

Ein Papst auf Achse

Papst Franziskus, der im März fünf Jahre im Amt sein wird, hat für 2018 neben der Jugendsynode schon mehrere Auslandsreisen in Aussicht. Gerade einmal zwei Wochen alt wird das neue Jahr sein, wenn das 81-jährige Kirchenoberhaupt zu einem einwöchigen Besuch in Chile und Peru startet.

Was weitere Papstreisen angeht, gelten Besuche in Irland und im Baltikum als sicher. Im irischen Dublin findet vom 21. bis 26. August das katholische Weltfamilientreffen statt. Auch bei der letzten derartigen Zusammenkunft 2015 im US-amerikanischen Philadelphia hielt Franziskus die Schlussmesse.

Vermutlich Mitte September besucht der Papst Estland, Lettland und Litauen. Dies könnte man als Zeichen verstehen, dass Franziskus auch in Europa „an die Ränder“ geht. Seit Johannes Paul II. 1993 war dort kein Papst mehr zu Gast. Ein unverdächtiger Aufhänger für die Reise: Alle drei Staaten erinnern 2018 an ihre Gründung vor 100 Jahren.

Die Idee einer Indien-Reise hat Franziskus noch nicht aufgegeben. Allerdings liegt der Ball weiterhin im Feld der indischen Regierung: Sie müsste den Papst einladen, zögert aber offenbar mit Blick auf die innenpolitische Gemengelage, in der Hindu-Nationalisten einen solchen Besuch nicht eben bejubeln würden.

Quelle: kathpress.at / red