Die österreichischen Bischöfe erwarten von der kommenden neuen Regierung, dass sie sich "nach bestem Wissen und Gewissen für alle Menschen in Österreich und das Gemeinwohl" einsetzen wird.

In einer zum Abschluss der Herbstvollversammlung 2017 veröffentlichten Erklärung benennen die Bischöfe einige der zentralen Herausforderungen, bei denen sich die künftige Regierung bewähren muss: Arbeit, von der man leben kann; die Aufrechterhaltung der innergesellschaftlichen Solidarität, Generationengerechtigkeit, Aufnahmebereitschaft gegenüber Menschen auf der Flucht oder auch die Etablierung eines nachhaltigeren Lebensstils.

Österreich sei verglichen mit vielen anderen Ländern nach wie vor ein "Vorbild im Einsatz für soziale Gerechtigkeit, eine lebenswerte Umwelt und das friedliche Zusammenleben von Menschen aller Volksgruppen, Konfessionen, Religionen und Weltanschauungen", so die Bischöfe wörtlich. Viele Menschen würden sich dafür engagieren, "dass der Grundwasserspiegel der Mitmenschlichkeit und Hilfsbereitschaft in unserer Gesellschaft hoch bleibt". Das sei keine Selbstverständlichkeit "und jede Regierung ist gut beraten, diese positiven Kräfte zu stärken und mit ihnen zusammenzuarbeiten".

Die Bischöfe konstatieren im Blick auf die jüngste Nationalratswahl ein neues Interesse an Politik. Sie machen dies etwa an der deutlich gestiegenen Wahlbeteiligung fest, "die ein Ausweis für das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die demokratische Ordnung des Gemeinwesens ist". Um auf die anstehenden Zukunftsfragen entsprechende Antworten geben zu können, brauche es nun die Kooperation aller politischen und zivilgesellschaftlichen Kräfte, mahnen die Bischöfe ein und halten weiter wörtlich fest: "Sie werden Maß nehmen müssen an dem, was von der Sache her gefordert ist, dem Menschen und der Gesellschaft dient und im Einklang mit der Schöpfung ist."

Unter diesem Anspruch stehe in den nächsten Jahren die neue Regierung in ihrer Verantwortung für Österreich und im Rahmen des Ratsvorsitzes für die Europäische Union. Dieser Anspruch gelte zugleich aber auch für alle anderen politischen Kräfte des Landes. Die katholische Kirche werde wie bisher "nach den Maßstäben des Evangeliums diesen Dienst am Gemeinwohl unterstützen und mittragen", so die Bischöfe.

Quelle: kathpress.at