Endlich: Nach dem Aus für die Unterstützung von Flüchtlingen bei Arbeiten rund um Haus und Hof im Rahmen der Nachbarschaftshilfe ist endlich eine Lösung da! Eine Lösung namens Dienstleistungsscheck...

Es ist ein Wahnsinn – jedes Jahr. Kaum bewegen sich die Temperaturen nachts über die Frostgrenze, kaum sind die ersten Insekten unterwegs, sprießt und grünt und schießt es in der Natur als gäbe es kein Morgen. Wer einen Garten hat, kennt auch die Kehrseite: Die Hecke, die den halben Gehweg überwuchert, der Rasen, der eher einer Savanne gleicht, das Unkraut, das vom Beet nicht mehr viel übrig lässt. Dem Herr zu werden kostet Zeit und Kraft – oder richtig viel Geld, wenn der Profi anrückt.

Angebot und Nachfrage

Dabei gibt es einen dritten Weg: Hilfe von Menschen mit Zeit und Kraft und richtig viel Motivation. Sie leben in Flüchtlingsunterkünften oder Wohngruppen und dürfen sich bis zum abschließenden Entscheid über ihren Asylantrag keine „richtige“ Arbeit suchen. Eins und eins zusammengezählt hat vor mehr als zwanzig Jahren die Caritas – und das Projekt „Nachbarschaftshilfe“ gegründet: Menschen, die Arbeitskraft suchen wenden sich an Menschen, die arbeiten wollen – fertig die Win-Win-Situation.

Jedenfalls so lange, bis die österreichische Bundesregierung dem im Juni 2016 einen Riegel vorschob, Begründung: „Konflikte mit rechtlichen Rahmenbedingungen.“

Endlich geht es weiter

Dass die seit 1. April und Öffnung des so genannten Dienstleistungschecks für Asylbewerber ausgeräumt sind, wie die Vorarlberger Nachrichten berichten, freut alle: Die Flüchtlinge, weil sie so jenseits von gemeinnütziger Arbeit wieder mehr Möglichkeiten haben, sich für das Land und die Menschen, die sie aufgenommen haben, zu engagieren und Kontakte, vielleicht sogar Freundschaften zu knüpfen. Die Einheimischen, die anfallende Arbeiten rund um Haus und Hof nicht allein bewältigen können, nun aber wieder unkompliziert und einsatzfreudige Unterstützung finden. Asyllandesrat Erich Schwärzler von der ÖVP, der dankbar wäre, wenn die Caritas wieder in bewährter Manier die Abwicklung übernähme. Und die Caritas selbst, schließlich hat sich ihre Beharrlichkeit gelohnt.

Der Dienstleistungsscheck gestattet den Asylsuchenden Verdienste im Rahmen nachbarschaftlicher Hilfe bis zu einer Höhe von 110 Euro pro Monat. Beträge, die diese Grenze überschreiten, werden von der Grundversorgung abgezogen.