Das zweite „Gespräch auf dem Weg“ zu den vier „Orientierungen für die Wege der Pfarrgemeinden“ ging Ende Februar im Pfarramt Rankweil St. Josef der Frage nach, wie gemeindliches Leben gestärkt werden kann. Mit dem Pastoralamtsleiter Walter Schmolly am Tisch: Pastoralassistentin Stefanie Krüger (Dornbirn-St.Martin, derzeit in Karenz), Diakon Gerold Hinteregger (Dornbirn-Hatlerdorf), Pfarrer Wilfried Blum (Rankweil-St.Josef) und Dekan Peter Haas (Bludenz-Hl.Kreuz). Ein Bericht von Dietmar Steinmair.
Nach der Aufzählung im Vorspann müsste man eigentlich festhalten: Schade, dass bei diesem zweiten Gespräch keine ehrenamtlichen pfarrlichen Mitarbeiter dabei waren. Denn so war es (auch) ein Gespräch der kirchlichen Funktionäre über ihre Sicht von Pfarre. Und auch über jene Menschen in den Pfarren, welche im besten Falle, eben, funktionieren. Alles nur eine Frage des Systems also?
Nein. Der Verlauf des Pastoralgesprächs war, erstens, bisher immer mitgeprägt - und mehr noch: mitgetragen - von den ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen vor Ort. Und selbst der hier nur kurz gewährte Blick lehrt, zweitens, dass ein gutes Gespräch immer mehr Fragen aufwirft, als es Antworten gibt.
Systemerhaltung. Wilfried Blum, Gastgeber des Gesprächs und Pfarrer in Rankweil St. Josef, legte die eingangs erwähnte Frage auf den Tisch. „Unser Bemühen um Systemerhaltung ist sehr groß. 90 Prozent der pfarrlichen Energie geht für ein Zehntel der Menschen drauf.“ Etwa in der vielen Gremienarbeit in Pfarrgemeinde- und Pfarrkirchenrat. „Die PGR’s waren während ihrer Entstehungsphase entscheidend für das gemeindliche Leben. Heute habe ich manchmal den Eindruck, dass die PGR-Strukturen Herzen und Köpfe daran hindern, andere Wege zu gehen.“
Mitarbeit. Auf die Frage von Pastoralamtsleiter Walter Schmolly nach dem Selbstverständnis der Menschen, die sich pfarrlich engagieren, stellte der in Dornbirn tätige Diakon Gerold Hinteregger fest, dass Ehrenamtlichen-Teams sehr oft und sehr schnell wechseln. Stefanie Krüger, Pastoralassistentin in Dornbirn-St.Martin und derzeit in Karenz, spezifizierte: „Eine große Veränderung liegt im Wechsel von den früheren Ehreanamtlichen, die oft in beinahe Teilzeit-Ausmaß in der Pfarre mitwirkten, zu den Projekt-Mitarbeiter/innen. Heute müssen wir den Menschen, was Mitarbeit betrifft, mit Freiheit entgegenkommen.“
Charismen. Wann engagieren sich Menschen überhaupt? „Wenn sie eine Aufgabe bekommen, sich diese zutrauen und auch wir sie ihnen zutrauen. Natürlich führt der Weg zur Mitarbeit oft über die eigenen Kinder,“ weiß Gerold Hinteregger. Nicht alle Charismen sind dabei auf den ersten Blick schon geklärt. Das benötigt manchmal auch durchaus kritische Rückmeldungen. Besonders dominante Gruppierungen innerhalb einer Pfarre müssen sich, wie Wilfried Blum es formuliert, fragen lassen: „Was dient dem Aufbau der Gemeinde?“
Gastfreundschaft. Der Gesprächsort selbst war übrigens nicht ohne Bedeutung: Zwischen Esstisch in Pfarrers Küche und Sitzungszimmer entschieden sich die Gesprächsteilnehmer/innen für ersteres. Inklusive Kaffee und Kuchen. Wie viele Gespräche dieser Tisch wohl schon gehört haben mag? Peter Haas, Pfarrer und Dekan in Bludenz, brachte es auf den Punkt: „Auf meinem Jakobsweg sind mir jene Herbergen in Erinnerung geblieben, in denen ich gut behandelt wurde.“ Damit warf Dekan Haas auch einen Ausblick auf das nächste, dritte „Gespräch auf dem Weg“: Für die „Pilger/innen“ eine gastfreundliche „Herberge“ sein.
Mehrwert: Dokumentation des Gesprächs
Hier finden Sie das zweite "Gespräch auf dem Weg" zum gemeindlichen Leben im Gesamtwortlaut, redaktionell bearbeitet.
Eindrücke vom Gespräch finden Sie in der Bildergalerie rechts oben.
Stichwort "Pastoral-Gespräche"
Die „Orientierungen für die Wege der Pfarrgemeinden“ dokumentieren das Ergebnis des ersten Abschnittes des Pastoralgespräches (bis Oktober 2009). Jede der vier grundlegenden Orientierungen wird in einer Gesprächsrunde mit wechselnden Teilnehmer/innen diskutiert; so vor einem Monat die Frage nach der „Kirche im Übergang“. Die zweite Orientierung fragt, wie gemeindliches Leben in seiner Entwicklung unterstützt werden kann. Stichworte diesmal: „Vertrauen auf Gott, dass er (Pfarr-)Gemeinde baut“ - „Vertrauen in die Charismen“ - „Die Kompetenz der Mystagogie“
Von Dietmar Steinmair veröffentlicht am 04.03.2010
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Orientierungen für die Wege der Pfarrgemeinden
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Gespräch auf dem Weg - Teil 2: Gemeindliches Leben - Gesamtes Gespräch
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