Vortrag des ehemaligen EU-Abgeordneten Mag. Herbert Bösch
Eine flammende Rede aus der globalen Sicht der Europäischen Union, die eine hohe Verantwortung für weltweite Geschehen trage (und im Sinne ethischen Handelns nicht erfülle), hielt der ehemalige EU-Abgeordnete Herbert Bösch.
Eingangs meinte der Sozialdemokrat, er sei froh, dass er hier nach (und nicht vor) der Landtagswahl rede, da es sich entspannter über Tatsachen diskutieren lasse. Zentral nannte er in seinem emotional geführten Referat, eine der maßgeblich schlimmen Tatsachen auf EU-Ebene sei, dass beispielsweise die Agrarförderung in Europa nicht jenen zukomme, die sie tatsächlich brauchten, sondern in die Wirtschaft fließen würde. So nannte er konkret eine Firma aus Vorarlberg, deren Name unterstrich, dass es sich bei den Förderungsempfängern nicht um „kleine Bergbauern“ handelt, sondern um Unternehmen der Nahrungsindustrie.
Bezeichnend ist für Bösch, dass andererseits Künstler in Veranstaltungen „für arme Länder singen“, andererseits die EU-Politik die Armen in diesen Ländern zu Tode hungern lasse. Bösch zitierte Jean Ziegler, der die Herbstmesse in Dornbirn mit seinem Vortrag zu den sozialen Schieflagen der Erde eröffnete und in seinem Vortrag feststellte, dass es möglich wäre, zwölf Milliarden Menschen zu ernähren, hingegen die Weltpolitik (auch der USA) täglich junge Menschen verhungern lasse.
Wenn es um die Ethik in der Wirtschaft gehe, dann dürfe nicht außer Acht gelassen werden, dass auch das kleine Vorarlberg die Welt verändern könnte. „Denn 27 mal Österreich ist schon die ganze EU.“
Von Rainer Juriatti veröffentlicht am 01.10.2009

