Bildkonflikte gehören zur Bildgeschichte des Christentums. Theologische Grundpositionen können verbindlich festgelegt werden, doch die jeweils aktuelle Auseinandersetzung mit Bildschöpfungen und künstlerischen Strömungen bleibt eine dauerhafte Herausforderung. Das II. Vatikanische Konzil hat mit dem Bekenntnis zur Kunst und ihrer Freiheit13 und in der Ablehnung von Kitsch und Mittelmäßigkeit eine klare Vorgabe gemacht. Zwischen dieser Vorgabe und der alltäglichen, oft von Volksfrömmigkeit geprägten Realität besteht ein dauerndes Spannungsverhältnis, in dem sich die grundlegenden kirchlichen Positionen der Bildtheologie zu bewähren haben. Zwei aktuelle Beispiele sollen hier herausgegriffen und gleichsam als konkrete Nagelprobe in den Blick genommen werden. Zum einen geht es um das vermeintlich ‚wahre Bild Christi‘ und zum anderen um das derzeit so populäre Jesusbild der Sr. Faustyna Kowalska.