Wir würden gerne Menschen für Gott öffnen. Vielleicht müssen wir für viele moderne Menschen dazu einen Schritt zurück gehen, etwas behutsamer und unaufdringlicher werden und zuerst das Haus Gottes für die Menschen öffnen, es ihnen zugänglich machen. Gott wirkt auch selbst in seinem Hause.

Auch wenn sie im Alltag der meisten Menschen keine Rolle mehr spielen, sind Kirchenräume sind eine Form der unaufdringlichen Präsenz der Kirche. Unaufdringlich, aber wenn sie nicht mehr da wären, würde doch etwas fehlen. Und vermutlich nicht nur dem Denkmalamt.

Kirchen sind seit Jahrhunderten Stätten der Gottesverehrung, Räume des gemeinsam gelebten Glaubens und gleichzeitig Orte, wo Menschen ihre persönlichen Freuden und Hoffnungen, ihre Trauer und Ängste hingetragen und zum Ausdruck gebracht haben. Sie waren Stätten des Glaubens und Brennpunkte des menschlichen Lebens.

Dafür stehen sie heute noch. Für die Größe Gottes und uns Menschen als seinem Ebenbild; auch wenn wir dabei manchmal sehr erlösungsbedürftig wirken. Die Kirchen stehen dafür, dass die Götter des Alltags nicht alles sind, auch wenn wir ihnen nicht wenig opfern.

Kirchenräume sind Orte der angemessenen Perspektive. Hier darf ich auch einmal klein sein, auch bedürftig. Hier darf ich sein und muss nichts. Hier darf ich dazugehören. Kirchenräume verbinden Himmel und Erde.

Nicht zuletzt sind die Kirchen auch sichtbare Zeugen unserer Geschichte und Kultur.

"Die säkulare Gegenwart braucht nicht die Anpassung der Kirchen,
sondern ihre Fremdheit, ihre Besonderheit und ihre Klarheit."
Fulbert Steffensky

„Das Bedürfnis nach diesen Augenblicken der Zugehörigkeit,
der Ruhe und des Innehaltens ist heutzutage stärker denn je.“
Servus-Magazin