In der Antike, egal ob bei den Griechen, Etruskern oder Römern, symbolisierte das Tempelportal den Wohnsitz der Götter und war entsprechend prunkvoll gestaltet. Es war nie nur die Türe in den Tempel, sondern repräsentierte durch seine Ausgestaltung den Eingang in einen geheiligten, göttlichen Bereich.

Auch dieser Gedanke wurde für den christlichen Kirchenbau übernommen. Die erste Peterskirche dürfte an der Front eine bildliche Ausschmückung mit Motiven der Apokalypse gehabt haben, womit die Fassade selber schon zum Ort der göttlichen Erscheinung wird. Die Fassaden der frühchristlichen Kirchen in Ravenna (5./6. Jhdt.) sind noch relativ schmucklos, doch zunehmend wurde die Fassadenfront zu einem wichtigen Bestandteil der Kirchenarchitektur (Eingangsarchitektur).