Der Begriff „Basilika“ hat zwei verschiedene Bedeutungen. Bekannter ist „Basilika“ als Ehrentitel, den der Papst besonders ehrwürdigen, für das Glaubensleben der Bevölkerung bedeutungsvollen Kirchen verleiht (vgl. Basilika Rankweil oder Basilika Mariazell). Architekturgeschichtlich meint „Basilika“ einen ganz konkreten Bautyp, der seit dem 4. Jahrhundert so selbstverständlich wurde, dass bis in die Neuzeit „Basilika“ und „Kirche“ weitgehend gleichbedeutend verwendet wurden.

Kunsthistorisch meint „Basilika“ den Bautyp, der seit Konstantin für die meisten Kirchen des Westens bestimmend wurde und es bis zum Barock auch blieb. Die Basilika ist ein dreischiffiger oder auch fünfschiffiger Langbau mit einem erhöhten Mittelschiff und niedrigeren Seitenschiffen. Im Innenraum ist das Mittelschiff durch Säulenreihen von den Seitenschiffen getrennt. Durch den erhöhten Teil des Mittelschiffs ergibt sich eine Fensterreihe, die sogenannten Lichtgaden, durch die der Innenraum sein Licht erhält. In der Frühzeit bestanden die Fensterscheiben oft aus dünn geschnittenem Alabaster, was den Innenraum in ein besonderes gold-braunes Licht hüllte.

Dieser Kirchenbautyp wurde jedoch nicht 313 erfunden, sondern aus der römischen Markt- und Gerichtsbasilika abgeleitet und christlich umgedeutet. Es waren meist längliche Bauten, in denen sich neben dem offenen Forum (auch bei Schlechtwetter) das Leben abspielte. In den Seitenschiffen standen die Marktstände und im Vorderteil fanden Gerichtsverhandlungen statt. Die christliche Basilika kann so als schöpferische Weiterentwicklung der römischen Basilika angesehen werden. Das heißt auch, dass der erste christliche Kirchenbautyp nicht aus biblischen Bildern, nicht aus theologischen Überlegungen heraus entstand, sondern durchaus zweckorientiert aus einer vorhandenen Bauform entwickelt wurde.

Die Form der Basilika ermöglichte es, eine größere Menschenmenge aufzunehmen und sie in einer liturgischen Richtung auf den Altarraum auszurichten. Die Aufeinanderfolge von Fassade, Langhaus und Presbyterium erlaubte auch einen hierarchisch gestaffelten Raum. Vor der Türe blieben die Ungetauften, im Langschiff befanden sich die getauften Gläubigen und der abschließende Altarraum blieb den Priestern vorbehalten.