Die römische Basilika war auch ein Ort der Rechtsprechung. Sie hatte also nicht nur die Funktion der Geschäftsabwicklung (Markt), sondern war ebenso staatpolitisch bedeutsam. Dieser Funktion diente die Apsis an der dem Eingang gegenüberliegenden Seite. In dieser Apsis befand sich das Standbild des jeweiligen Kaisers, der gleichzeitig verherrlicht werden sollte und oft als Weltenherrscher dargestellt wurde (Kosmokrator). Dieser Bedeutungsgehalt wurde nun in den christlichen Kult uminterpretiert, indem hier der Altar aufgestellt und die Apsis zum geheiligten Raum wurde. Vor allem in Kirchen unter byzantinischem Einfluss tritt dann an die Stelle des Kaiserstandbildnisses konsequent eine Darstellung von Christus als Pantokrator (Allherrscher).

Architektonisch ist die Apsis ein im Grundriss halbkreisförmiger oder polygonaler (vieleckiger), selten rechteckiger Raumteil, der, an einen Hauptraum anschließend, den Altarraum christlicher Kirchenbauten bildet. Apsiden treten in der Regel nach außen aus der Wandfläche hervor, können aber auch innerhalb des Baukörpers liegen oder rechtwinklig ummantelt sein. Die Apsis wird oft von einer Halbkuppel überdeckt, kann aber auch eine Flachdecke haben.

Die Apsiden wurden zunehmend stärker und kunstvoller als eigener Raumteil ausgebaut, sodass sich daraus das sogenannte Presbyterium entwickelte. Der Begriff leitet sich aus dem griechischen Wort für „Älteste“ oder „Priester“ (Presbyteros) ab und bezeichnet den Priestern vorbehaltenen Altarraum, der in vielen Bautypen eigens abgehoben wurde. In romanischen Bautypen ist das Presbyterium gegenüber dem Langschiff meist stark erhöht und vielfach befindet sich darunter die Krypta. In vielen Bautypen führen Stufen hinauf in den Altarraum. Da in diesem Altarraum die Kleriker oder Mönche auch das Stundengebet sangen, wird das Presbyterium oft als Chor oder Chorraum bezeichnet. In der evangelischen Kirche bezeichnet „Presbyterium“ die Kirchengemeindeleitung.