Die sog. Apologeten versuchten das neue Christentum argumentativ gegen heidnische und jüdische Angriffe zu verteidigen, indem sie selber in den manchmal sehr wortreichen Angriff übergehen. Gegen die Bilderverehrung wird die paulinische Bildkritik aufgegriffen auch mit dem Argument der Ebenbildlichkeit Gottes:

„Welches Bild soll ich für Gott ersinnen, da doch im Grunde genommen der Mensch selbst Gottes Ebenbild ist? Welchen Tempel soll ich ihm bauen, da diese ganze Welt, das Werk seiner Hände, ihn nicht zu fassen vermag?“ Minucius Felix

In den Schriften vieler Apologeten wie Justin, Diogenet, Minucius Felix oder Tertullian wird die Bildkritik auf eher undifferenzierte Weise polemisch verstärkt:

„Viel richtiger beurteilen die stummen Tiere eure Götter[figuren] infolge ihres natürlichen Instinktes. Die Mäuse, Schwalben und Geier wissen wohl, dass jene keine Empfindung haben. Sie nagen daran, treten sie mit Füßen, setzen sich darauf und wenn ihr sie nicht verjagt, nisten sie sogar im Munde eures Gottes.“ Minucius Felix

„Verspottet und beschimpft ihr sie nicht weit mehr, indem ihr zwar die, welche von Stein und von Ton sind, ohne Bewachung verehrt, die silbernen und goldenen aber des Nachts einschließt und am Tage mit Wachposten umstellt, damit sie nicht gestohlen werden?“ Brief an Diogenet

Die Argumente der Apologeten können folgendermaßen zusammengefasst werden:

1. Gott ist Geist und nicht Materie. Deshalb können nicht materielle Abbildungen verehrt werden. Die göttliche Lebendigkeit kann nicht in einem verwesenden Material sein. Diese Polemik bezieht sich auf den antiken Götterkult, in dem die Statue als solche als Gott oder Göttin verehrt wurde.

2. Die Kunst kam erst nach der Religion. Sie könne deshalb nicht ursprünglich und göttlich sein. Es seien Dämonen, die uns mit der Kunst verführen wollen. Ein differenziertes Verständnis von Kunst ist in dieser apologetischen Polemik nicht zu finden.

3. Die Künstler seien meistens charakterliche schlechte Menschen und vieles, was sie darstellen, sei unmoralisch. Ein Christ dürfe deshalb in diesem Gewerbe nicht einmal handwerkliche Tätigkeiten verrichten. Diese Polemik mag ihre historischen Hintergründe haben, ist aber keine differenzierte Sicht von Kunst und Ästhetik.

Die Bilderkritik des Neuen Testaments wird fortgesetzt und durch die Polemik zugespitzt. Das Christentum als religiöse Bewegung bleibt bis zum Anfang des 3. Jahrhunderts bildlos und damit äußerlich unsichtbar.