In der biblischen Beschreibung kam es nach David unter König Salomon zum Bau des Tempels in Jerusalem. Informationen über den salomonischen Tempel liefert die Bibel, davon unabhängige historische Zeugnisse sind nicht bekannt. Die Aufzeichnungen über den Salomonischen Tempelbau sind überliefert in 1 Kön 5,15-6,38 und 2 Chr 1,18-5,1. Diese Angaben sind unter historischem Gesichtspunkt umstritten, zumal ein Tempel aus salomonischer Zeit zumindest bisher archäologisch nicht nachweisbar ist. Unabhängig von den archäologischen Fakten war das Bild vom Tempel in Jerusalem ein wirkmächtiges biblisches Bild für ein großes, zentrales Haus Gottes, das auf die Theologie des Kirchenbaus hatte.

Der salomonische Tempel, wie ihn die Bibel beschreibt, wurde auf dem Berg Moria in Jerusalem errichtet und hatte die Maße von 60 Ellen Länge, 20 Ellen Breite und 30 Ellen Höhe. An drei Seiten gab es Seitenzimmern in drei Stockwerken übereinander, welche zur Bewahrung der Schätze und Gerätschaften des Tempels dienten. Der Eingangsseite vorgelagert war eine Vorhalle, ebenfalls 20 Ellen breit, zehn Ellen tief und 20 Ellen hoch. Davor standen zwei bronzene Säulen, die den Eingang zur Vorhalle flankierten. Das Innere enthielt einen 40 Ellen langen Vorderraum, das Heilige, worin die goldenen Leuchter, der Schaubrottisch und der Räucheraltar standen und einen durch einen Vorhang davon geschiedenen, quadratischen Hinterraum von 20 Ellen Länge, das Allerheiligste mit der Bundeslade. Beide Räume waren an den Wänden, das Allerheiligste auch am Boden und an der Decke mit Holzwerk getäfelt. Man geht heute davon aus, dass das Heilige nur den Priestern zugänglich war. Der große Hauptaltar für die Brandopfer stand im Hof, vor dem Eingang des eigentlichen Tempels.