Der byzantinische Bilderstreit begann mit einer Initiative des oströmischen Kaisers. Leo III. soll nach einem furchtbaren Seebeben in der Ägäis 726 die goldene Christusikone am Chalke-Tor seines Kaiserpalastes in Konstantinopel abgenommen und sich gegen die Verehrung von Bildern ausgesprochen haben. Sehr wahrscheinlich fand unter ihm kein wirklicher Bildersturm statt, aber Leo III. sprach sich gegen die Verehrung von Bildern und für das Kreuz als gemeinsames Symbol aller Christen aus. Auch sein Sohn Konstantin V. war vermutlich nicht der scharfe Bilderstürmer, als der er im Nachhinein beschrieben wurde. Er setzte die Position seines Vaters fort und beim Konzil von Hiereia 754 kam es zu einer Verurteilung der Bilderverehrung und zur Exkommunikation des Johannes von Damaskus. Es war aber kein ökumenisches Konzil, da nur östliche Bischöfe anwesend waren und die Ergebnisse vom Papst nicht anerkannt wurden. Die kaiserliche Position setzte sich durch und die Bilderverehrung wurde generell als Götzendienst verurteilt. Statt Gott selbst werde eine stoffliche Schöpfung verehrt. Im Fokus stand die Darstellung Christi und das zentrale Argument lautete: Die Göttlichkeit ist nicht darstellbar. Wenn man aber Christus als Menschen darstellt, trennt man ihn von der ungetrennten göttlichen Natur.