Ein Ziborium ist ein auf Säulen ruhender Aufbau über einem Altar, der einer zeltartigen Überdachung des Altars gleicht. Ein solcher steinerner Altarüberbau, ein Altarziborium oder Baldachin, findet sich besonders häufig in Italien, aber auch in deutschen Kirchen der Romanik oder Gotik. Das berühmteste Ziborium ist das barocke Ziborium von Bernini über dem Hochaltar der Peterskirche in Rom, für deren Guss einst die Bronzeverkleidung des römischen Pantheons eingeschmolzen wurde. In der Peterskirche steht der Hauptaltar gleichzeitig genau über dem Petersgrab.

Auch das Ziborium hatte bereits in der Antike symbolische Bedeutung und wurde vom frühen Christentum adaptiert. Schon Alexander der Große hatte sich als Gott unter einem Baldachin gezeigt und den römischen Kaisern diente der Thronbaldachin zur Erhöhung ihrer gottgleichen Erscheinung. Diese Bedeutung des Thronbaldachins wird in der christlichen Kirche auf den Altar bezogen und kennzeichnet ihn so als Ort der göttlichen Gegenwart.