Architektonische Merkmale der Romanik sind:

  • Meist dreischiffige Basilika
  • Dicke, festungsartige Mauern
  • Voluminöse und massive Wirkung des Baukörpers
  • Hohe, untergliederte Wandflächen mit Rundbogenarkaden
  • Typische Bogenform: Rundbogen
  • Würfelkapitelle auf den Säulen (neue Kapitellform)
  • Flache Kassettendecken, später dann Kreuzgratgewölbe
  • Rundfenster, Radfenster
  • Wandnischen für Hostienbehälter
  • Krypta unterhalb des Chores
  • Plastisch gestaltete, wuchtige Portale
  • Türme in runder, viereckiger oder oktogonale Bauweise mit Zeltdächern
  • Häufig mit Westwerk und Ostwerk, dem Kirchenraum vorgelagerte selbständige Gebäudeteile mit gewöhnlich drei Türmen

Das Westwerk
Viele der großen romanischen Kirchen besitzen sowohl im Osten (Apsis) wie im Westen mächtige Vorbauten mit Türmen. Ungewöhnlich aus späterer Sicht ist vor allem das Westwerk, der Basilika westlich vorgesetzte gesonderte Kirchenräume mit meist drei Türmen, einem zentralen Turm über der Mitte und flankierenden Türmen außen. Der bau von Westwerken begann bereits in karolingischer Zeit, während in der folgenden ottonischen Zeit der Typus des Westwerks bereits mit anderen Fassadenformen vermischt wurde. Das Westwerk war aber nicht nur eine Fassade, sondern eine Durchgangshalle mit Räumen in den oberen Stockwerken. Gerade in den großen Kaiserdomen war das Westwerk für den Kaiser und seine Gefolgschaft, also für die weltliche Macht reserviert. Das Ostwerk (Apsis, Krypta usw.) war als Altarraum dem Bischof, den Priestern und somit für die göttliche Macht reserviert.