Architektonische Merkmale der Gotik sind:

  • Dreischiffige Basilika, dreischiffige Hallenkirche, später auch die schlichte Saalkirche (Bettelorden)
  • Auf massive Mauern als statisches Trageelement wird weitgehend verzichtet. An deren Stellen treten die Strebepfeiler und das Kreuzrippengewölbe. Die gotischen Kathedralen wirken von außen wesentlich filigraner als die romanischen Dome, da das massive Strebewerk, das den Schub abzufangen hat, vor allem an den Außenwänden angebracht ist.
  • Der Langbau wird nach oben in die Vertikale gestreckt und dadurch entsteht aus dem Rundbogen der Spitzbogen. (Salopp formuliert: Packt man eine romanische Kirche am Scheitel, zieht sie in die Höhe und schüttelt ihr die Schwere heraus, entsteht eine gotische Kirche.)
  • Typische Bogenform: Spitzbogen
  • Gotik legt im Innenraum mehr Wert auf eine möglichst einheitliche Gesamtwirkung aller Elemente.
  • Kreuzrippengewölbe: Gewölbe, das durch selbst tragende Rippen (Kreuzrippen) gebildet und gehalten wird. Die Rippen kreuzen sich dabei wie die Diagonalen in einem Rechteck; sie leiten die Druck- und Schubkräfte des Gewölbes auf die Pfeiler ab. In der Spätgotik entwickeln sich daraus sehr filigran verspielte Formen wie Netz-, Stern- oder Schlingrippengewölbe.
  • Größere Fensterflächen, farbige Glasfenster, hellere Atmosphäre im Innenraum
  • Maßwerkfenster: Die spitzbogenförmigen Fenster sind in den Spitzen mit dünnen Steinstegen ornamentiert, die unterschiedliche geometrische Formen bilden (Dreipass, Vierpass, Fischblasen, Flammenformen usw.)
  • Durchgehende plastische Verzierungen im Außenbereich (Wimperge, Filialen, Krabben, Knospen usw.). Dadurch wirken gotische Kirchen von außen oft wesentlich verspielter als romanische. Der ganze Ornamentschmuck überzieht den Bau wie ein Netzwerk.
  • Fassaden mit aufwändig gestaltetem Figurenportal, oft mit Rosenfenstern
  • Kirchtürme werden ebenfalls erhöht und treten stärker aus dem Baukörper heraus.
  • Krypta verschwindet zunehmend