Ab dem 3. Jahrhundert wird das Christentum zunehmend zur öffentlichen Religion, die sich auch materiell manifestiert. Eine umfassende Theologie des Bildes gibt es noch keine, aber es werden vereinzelt Positionen der griechischen Philosophie adaptiert wie die Stoiker mit ihrem symbolhaften Bildverständnis oder der Neuplatonismus, der das Bild als Träger der Idee versteht.

Die Lehre von der Menschwerdung Gottes (Inkarnation) im 1. Konzil von Nicäa 325 bot in der Frage der Darstellung Gottes neue Sichtweisen. Zudem wurden die pädagogischen Möglichkeiten von Bildern immer mehr gesehen. Auch die aufkommende Heiligenverehrung, eine Art christlicher Transformation des antiken Heroenkults, entdeckte die Möglichkeiten der Darstellung von Heiligen und nicht zuletzt beginnen sich in dieser Phase bereits die ersten Formen von Volksfrömmigkeit zu entwickeln.

Grundsätzlich bleibt der Gedanke einer möglichen Bildkritik auch in dieser Zeit präsent, bezieht sich aber vor allem auf falsche Bildverehrung oder Bildmagie (Volksreligion). Christliche Bilder dürften im 3. und 4. Jahrhundert keine Probleme mehr bereitet haben.

Von dem, was uns erhalten geblieben ist, war es vor allem Grabkunst in den Katakomben oder auf Sarkophagen. In Dura Europos, im heutigen Syrien kurz vor der Grenze zum Irak, sind Reste eines Hauses erhalten, das um 233 in eine Hauskirche umgebaut wurde. Das Baptisterium (Taufraum) und vielleicht auch weitere Teile der Hauskirche waren damals ausgemalt. Aufgrund einer späteren Aufschüttung sind Freskenreste erhalten geblieben. Dura Europos war zwar weit ab von Rom, aber es erlaubt zumindest die Frage, ob nicht außer den Katakomben auch überirdisch bereits Räume ausgemalt wurden, deren Malereien nur nicht mehr erhalten sind.