von Petra Steinmair-Pösel
Wir werden eingetaucht
und mit dem Wasser der Sintflut gewaschen
wir werden durchnässt
bis auf die Herzhaut
Der Wunsch nach der Landschaft
diesseits der Tränengrenze
taugt nicht ...
Hilde Domin
***
Ein Leben ohne Dunkel, ohne Tränen gibt es nicht, ja es ist wohl nicht einmal wünschenswert. Es wäre ein Leben an der Oberfläche, ohne das Eingetaucht-Werden, ohne innerliches Berührtsein.
Vielmehr taugt die Bitte, beim Gang durch die Sintflut und den feurigen Ofen nicht zugrunde zu gehen, sich auch nicht darin zu verlieren, sondern zu wachsen und gereift daraus hervorzugehen: "immer versehrter und immer heiler stets von neuem zu uns selbst entlassen werden" dichtet feinfühlig Hilde Domin.
Von Rainer Juriatti veröffentlicht am 08.12.2010
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