Fast 230 ehrenamtlich Engagierte - weit mehr als erwartet - begrüßte Finanzkammerdirektor Andreas Weber diesen Freitag im Bregenzer Marianum zur ersten diözesanen Tagung der Pfarrkirchenräte. Das Thema "Der Pfarrkirchenrat in Zeiten des Wandels" und die Möglichkeit zum direkten Kontakt mit der Diözesanleitung hatten offenbar überzeugt.

Von den 125 Pfarren der Diözese waren 90 vertreten. Aufgrund der zahlreichen Anmeldungen musste sogar der Tagungsort kurzfristig geändert werden. Unter den Teilnehmern waren 30 Priester - die kirchenrechtlich die Vorsitzenden der Pfarrkirchenräte sind - und gut zwanzig Frauen. "Die Pfarrkirchenräte sind in die finanziellen und wirtschaftlichen Agenden ihrer Pfarre eingebunden", so Finanzkammerdirektor Weber zum Ziel der Tagung. "Gerade hier muss heute sehr gute Arbeit geleistet werden. Der Austausch mit den Pfarrkirchenräten ist uns ungemein wichtig, um die gemeinsame Verantwortung für die Finanzen noch besser tragen zu können."

 
Vom rechten Umgang mit dem Geld und den Dingen

Geld und Kirche: Ein Widerspruch? Nein, wenn man die Regel des Hl. Benedikt liest und dem Pfarrer des Fast-schon-Unternehmens Pfarre Frastanz, Dekan Herbert Spieler, in seinem spirituellen Impuls für die Pfarrkirchenräte folgt. Benedikt trug seinen Mönchen auf, die Geräte und Dinge wie "Heilige Altargeräte" zu behandeln. Diese seien nicht nur Äußerlichkeiten, denn letztlich gehörten auch sie Gott. Vom Wüstenvater Evragius Ponticus ist der Satz überliefert: "Die Ehrfurcht vor den Dingen und dem Besitz entspringt der Kontemplation der Schöpfung." Mit Geld gut umzugehen, so Spieler, ist ein Dienst am Menschen.

Das Pastoralgespräch "Die Wege der Pfarrgemeinden", mit dem die Diözese Feldkirch den pfarrlichen Veränderungen begegnen will, hat nun auch die Pfarrkirchenräte erreicht: "Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Schutzmauern, die anderen bauen Windmühlen." Dieses Sprichwort stellte Pastoralamtsleiter Walter Schmolly an den Beginn seines Referates zu den Strukturmaßnehmen als Ergebnis des Pastoralgesprächs.

 
Die Rolle der Pfarrkirchenräte im Pastoralgespräch

Zwischen Kirchenrenovierung und Orgelneubau, kaputter Fußbodenheizung und Grundstücksveräußerung müssten die Pfarrkirchenräte gerade an jenen Windmühlen  - sprich: diözesanweiten Umstrukturierungen der Pfarrlandschaft - mitbauen, die im rauen Wind des Wandels die einzige konstruktive Chance seien, betonte Pastoralamtsleiter Walter Schmolly: "Ziel ist eine stärkere Vernetzung mit der pastoralen Arbeit." Und

Pfarrkirchenräte sind durchgängig mit einem klaren, pragmatischen Blick für das materielle Rückgrat ihrer Pfarre gesegnet. Auch diese Erwartungen erfüllte die Tagung. Neben den inhaltlichen Botschaften konnten die Teilnehmer denn auch zahlreiche Anregungen zu rechtlichen Fragen, zum erfolgreichen Start eines Bauprojektes oder zum diözesanen Entwicklungsfond, der innovative pastorale Projekte fördert, mit nach Hause nehmen.

 
Geld und Glaube: Welche Verbindung sehen Sie?

Muxel MariaMaria Muxel
Dornbirn St. Christoph

Berufliche Fähigkeiten einbringen. Der Grund im Pfarrkirchenrat mitzuarbeiten, liegt bei mir im Berufsleben, denn ich bin schon seit langer Zeit Bankangestellte. Ich bringe mich im Kirchenrat vor allem in finanziellen Dingen ein. Vor kurzem hatten wir zum Beispiel den Jahresabschluss zu machen. Ich bin zudem  auch im Pfarrgemeinderat und in anderen Bereichen der Parre tätig.

Fritsch GabrieleGabriele Fritsch
Übersaxen

Ohne Geld geht nichts. Geld und Glaube gehen sehr wohl zusammen. Daher engagiere ich mich als Gläubige auch in finanziellen Fragen. Denn man kann kein Projekt anfangen und auch nichts unterstützen ohne Geld. Wenn man im Glauben lebendig sein will, dann braucht man einfach Geld, um so ein Projekt zu organsieren und durchzuführen.

Rinderer AlbertAlbert Rinderer
Thüringerberg

Die Pfarrgemeinde zählt. Für mich ist wichtig, dass wir eine lebendige Pfarrgemeinde haben. Voraussetzung dafür, dass eine Pfarrge-meinde funktioniert, ist, dass es eine Basis, ein finanzielles Grundgerüst gibt. Es muss insgesamt zusammen stimmen: Für ein gutes Pfarrleben braucht es auch genug Einnahmen. Geld gehört in diesem Sinne daher einfach dazu.

Kaufmann JürgenJürgen Kaufmann
Hard

Für die Gemein-schaft. Warum ich mich im Pfarrkir-chenrat engagiere? Ich sehe das ganz pragmatisch: Der stellvertretende Pfarrkirchenrats-Vorsitzende hat mich gefragt.
Es ist mir natürlich wichtig, etwas für die Gemeinschaft beizutragen. Als Ergänzung zu unseren bestehenden Mitgliedern kann ich als Banker meine Kompetenzen gut einbringen.

Von Dietmar Steinmair veröffentlicht am 09.04.2011

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