Wenn am 23. März weltweit plötzlich eine Stunde lang die Lichter ausgehen, ist das kein Grund in Panik auszubrechen, sondern lediglich die "größte Aktion der Welt". Wahrzeichen, öffentliche Gebäude aber auch Privathäuser werden anlässlich der "Earth hour" auch heuer für eine Stunde im Dunkeln liegen, um so ein Zeichen für den Klimawandel zu setzen. Mit dabei sind auch unzählige Kirchen in Vorarlberg. Na dann: Licht aus, Kerze an. Am 23. März von 20.30 bis 21.30 Uhr.

Wir in Vorarlberg und Österreich sind das ja gewohnt: Mit eine Handbewegung wird Licht "gemacht", der Fernseher eingeschaltet oder sonstige elektrische Geräte betrieben. Eine ganze Stunde bewusst darauf zu verzichten kann da durchaus schwer fallen. Die Earth Hour setzt mit dem symbolischen Abschalten für eine Stunde ein Zeichen gegen alle die Strukturen und Machtmechanismen, die die Umwelt und das Klima zerstören – auf Kosten der Armen.

Von Millionen zu Milliarden
Im Jahr 2007 geschah es zum erstem Mal: eine ganze Stadt schaltete für eine Stunde die Lichter aus. 2,2 Millionen Australier in Sydney um genau zu sein. Bereits ein Jahr später hatte sich die Zahl auf 50 Millionen Menschen erhöht, Tendenz steigend. Mittlerweile machen  rund zwei Milliarden Menschen in mehr als 7.000 Städten und Gemeinden in 152 Ländern bei dieser Umweltaktion mit. Egal ob Städte, Gemeinden, Organisationen, Schulen, Firmen oder Privatpersonen - die Earth hour zieht Kreise.

Größte Aktion der Welt
"Die ,Earth Hour‘ hat sich zur größten Aktion der Welt entwickelt, die zwei Milliarden Menschen erreicht", erklärt Franko Petri, WWF-Sprecher. Und so werden nicht nur Privatuhaushalte und öffentliche Gebäude, sondern auch Wahrzeichen wie die Chinesische Mauer, der Big Ben in London und der Eiffelturm in Paris verdunkelt. "Alle österreichischen Landeshauptstädte machen mit und verdunkeln ihre Wahrzeichen wie das Schloss Schönbrunn", so Petri. Insgesamt 30 österreichische Städte und Gemeinden unterstützten im Vorjahr die Aktion. Darunter auch die Diözese Feldkirch und zahlreiche Kirchen in Vorarlberg.

Ein weltweites Problem lässt sich nur weltweit lösen
Realistisch gesehen wird in dieser einen Stunde zwar kaum Strom gespart, aber es soll ein Zeichen gesetzt werden. "Wir wollen nicht nur Bewusstsein für den Klimawandel schaffen, sondern Menschen ermutigen, auch in ihrem Bereich etwas für den Klimaschutz zu tun", sagt Petri. Gerade weil es schwierig ist, Staaten für ein Klimaschutzabkommen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, seien bilaterale und private Initiativen umso wichtiger. Und: Ein weltweites Problem lässt sich nur weltweit lösen.

Nicht nur zur Earth hour
Beim symbolischen Lichtabschalten muss es natürlich nicht bleiben. Abseits der Earth hour kann man auch durch das Ersetzen von Glühbirnen durch LED-Lampen (wie das die Pfarre Frastanz gemacht hat), den Kauf  energieeffiziente Elektrogeräte oder die Senkung der Temperatur um ein Grad zuhause Energie sparen und so der Welt helfen. "Weniger Fleisch und mehr Bioprodukte zu essen und aufs Rad umzusteigen, reduziert die Umweltbelastung auch", sagt Petri.

Und in Vorarlberg?
Wer sich selbst ein Bild von der Earth hour machen will, kann dies bei einem Spaziergang am Samstag zwischen 20.30 und 21.30 Uhr tun. So werden neben einigen "dunklen" Kirchengebäuden im ganzen Land beispielsweise die  Basilika in Rankweil sowie die Kirchen in Dornbirn St. Martin und in Bildstein ihre Außenbeleuchtung für eine Stunde ausschalten. Denn ein weltweites Problem lässt sich nur dann lösen, wenn alle bei sich selbst anfangen.