17. September am Dornbirner Marktplatz einfach.leben : umdenken.mitmachen

Seit Februar 2008 lädt der Ökumenische Weltrat der Kirchen ein, „mit Gebeten und Aktionen eine besondere Zeit für die Sorge um die Schöpfung einzuhalten, die jährlich am 1. September beginnt und am 4. Oktober enden soll“.

Die Dornbirner Pfarren nehmen, gemeinsam mit Vertreter der Muslime und Buddhisten, dies zum Anlass, im Rahmen eines Aktionstages am 17. September 2011 auf dem Dornbirner Marktplatz auf die gemeinsame Verantwortung für unsere Umwelt erneut hinzuweisen und auf den besonderen Beitrag der Religionen aufmerksam zu machen. Denn gerade die Religionen sind es, die in Lehre und Tradition immer schon zu einem einfachen Leben einladen und die Gaben der Schöpfung zu schützen und zu schätzen auffordern.

Christen und Juden
erkennen aus der biblischen Erzählung, dass die Schöpfung ein Werk Gottes ist, welches er uns Menschen nur zur Verwaltung anvertraut hat, nicht aber zur schamlosen Ausbeutung oder Bereicherung einiger weniger.
Das oft fälschlich verstandene Wort „Macht euch die Erde untertan“ im Buch Genesis meinte schon in der Antike: Verantwortung als Lehnsherr zu übernehmen, Konflikte zwischen Geschöpfen zu schlichten und für Ordnung zu sorgen.
Der biblische Bund Gottes mit Noah nach der Sintflut macht außerdem ALLE zu Bundespartnern:
Mensch UND Tier!
Also sind nach der Schrift auch die Tiere Mitgeschöpfe und haben durch die „Tora“ geschützten Rechtsstatus, wie andere, schwächere Gruppen, z.B. Witwen und Ausländer, auch.

Wie aber gehen wir mit Tieren in der Massentierhaltung um?

Im Islam
Auch der Koran nimmt den biblisch-babylonischen Schöpfungsmythus grundsätzlich auf und weiß um Gott als den Schöpfer und Erhalter. In Sure 6:141 heißt es:
„Und Er ist es, der wachsen lässt Gärten mit Reben, Palmen und Korn.... Esst von ihrer Frucht, … und seid nicht verschwenderisch, siehe Er (Allah) liebt nicht die Verschwender."

Im Buddhismus  
ist die Grundlage aller Ethik ein Verhalten, das jegliches Zufügen von Schaden vermeidet, indem Gier und Aggression im eigenen Geist besiegt werden.
Dieses Verhalten richtet sich sowohl auf alle Lebewesen, als auch auf die gesamte Umwelt.
Denn wir Menschen erfahren dann Glück, wenn unsere innere Welt und unsere äußere Umwelt in Harmonie sind, während wir ausschließlich Leid und Schmerz erfahren, wenn diese nicht in Harmonie sind.

Zum Schatz der Religion gehört es seit jeher, dass sie zu einem einfachen Lebensstil ermuntert.
Dazu gehört unter anderem die Praxis des Fastens und Verzichtens um eines höheren Wertes wegen.
Bescheidenheit hilft, das Einfache im Leben als wertvoll zu erkennen und richtig zu schätzen.
Wer im Kleinen achtsam ist, kann sich auch am „Weniger“ erfreuen und findet dabei Sinn und Erfüllung.
Wer seinen Glauben also ehrlich zu leben versucht, wird die innere Notwendigkeit spüren, nachhaltig und respektvoll gegenüber Umwelt und Ressourcen zu handeln.
Nur wenn wir unseren Egoismus zähmen, wird eine gerechte und menschenwürdige Zukunft für ALLE möglich: Für Menschen im Süden der Erde, sowie für unsere eigenen Kinder und Enkel!

Der Aktionstag am 17. September soll an die Einladung der Religion zum einfachen Leben erinnern!
Kommen Sie vorbei, informieren Sie sich oder teilen Sie uns Ihre Meinung und konkreten Vorschläge mit! Denn auch das eigene, umweltgerechte Handeln braucht jeden Tag einen neuen Impuls und eine erneuerte Entscheidung. Deswegen:  Umdenken – Mitmachen!

Im Rahmen der Schöpfungszeit laden war auch am Freitag, 30. September 2011 um 17 Uhr im Kirchenpark St. Martin  zur KLEINTIERSEGNUNG ein.

Im Dank an den Schöpfer werden treue Begleiter und Freunde - Hunde wie Katzen, Vögel, Hamster oder Reptilien und andere Kleintiere - gesegnet.  Zu dieser kleinen Feier sind nicht nur Kinder im Park bei der Seitenkapelle der Stadtpfarrkirche St. Martin herzlich willkommen!

Von Michael Willam veröffentlicht am 07.09.2011

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