Foto Heinzlmaier 

Kernpunkte aus dem Impulsreferat von Mag. Heinzlmaier 

  1. Der Stellenwert von Erwerbsarbeit ist in unserer Gesellschaft als sehr hoch einzuschätzen. Wer keine Arbeit hat, ist an der Rand unserer Gesellschaft gedrängt. Nur wer Arbeit hat, ist jemand. Dies bekommen besonders sozial benachteiligte Jugendliche zu spüren
  2. Es gibt einen offensichtlichen Widerspruch zwischen dem vorherrschenden „Jugendkult“ in der  Gesellschaft und den Barrieren, welche den Jugendlichen am Arbeitsmarkt errichtet werden
  3. Gut ist, was mir nützt. Nützlichkeitserwägungen spielen in den sozialen Netzwerken der Jugendlichen eine immer größere Rolle. Hier kommt es darauf an, sich einen Vorteil zu verschaffen gegenüber anderen.
  4. Performativer Markt-Erfolg kommt vor der reell erbrachten Leistung: Selbstinszenierung ist das Kriterium, welches in der heutigen Gesellschaft zu Erfolg führt. Wenn (junge) Menschen diese Kunst zur Selbstdarstellung nicht beherrschen, bleiben viele auf der Strecke.
  5. Am Arbeitsmarkt herrschen völlig unterschiedliche Voraussetzungen zwischen bildungsnahen und bildungsfernen Schichten – die Gruppe der bildungsfernen Jugendlichen oft mit migrantischem Hintergrund breitet sich rasant aus

Ergebnisse aus der Diskussion

  1. Der ursprünglichste, erste und wichtigste Ort für die Persönlichkeitsentwicklung von jungen Menschen ist das eigene Elternhaus. Wenn dort Vernachlässigung und soziale Missstände vorherrschen, kann dies eine Bildungseinrichtung nur schwer wieder gut machen
  2. Es darf nicht alles auf das Thema Nützlichkeit ausgerichtet sein: Junge Menschen brauchen gerade auch im Bildungsbereich Raum für die unverzweckte Entfaltung der eigenen Persönlichkeit
  3. Als Gesellschaft können wir es uns nicht  länger leisten, das Potential von Jugendlichen für den Arbeitsmarkt nicht voll auszuschöpfen
  4. Es braucht Anreize ebenso wie ein Umdenken bei den Betrieben, auch Lehrlinge aus sozial schwachen Schichten auszubilden;

Dr. Michael Willam, EthikCenter der Katholischen Kirche,
für die MitveranstalterInnen des Gesellschaftspolitischen Stammtisches

Auf dem Podium

Mag. Bernhard Heinzlmaier, Jugendkulturforscher, Wien
KommR. Egon Blum, Beauftragter der Bundesregierung für Lehrlingsausbildung und Jugendbeschäftigung
Iris Tömel, Berufsinformationszentrum des AMS
Jennifer Buhmann, Schülervertreterin

Montag, 3. Mai 2010, 20.00 Uhr
Dornbirn, Kolpinghaus

Moderation: Roland Poiger

PDF-Version der Einladung

In Kooperation mit:

ÖGB JugendÖGB Fairteilen

Von Michael Willam veröffentlicht am 04.05.2010

Zugehörige Themen

Ethische Grundfragen | Wirtschaftsethik