Tipps für die Gestaltung Leitung des Pfarrgmeinderates

Tipps und Tricks für die Gestaltung und Leitung des Pfarrgemeinderates.

  • Die Tagesordnungspunkte sind allen bekannt

Ideal ist, wenn die Mitglieder schon im voraus wissen, was in der Sitzung besprochen werden wird, damit sie sich darauf vorbereiten können und die nötigen Unterlagen dabei haben.

Am Beginn der Sitzung ist es hilfreich, allen einen Überblick der Tagesordnungspunkte zu geben. Dies hilft, die Zeit besser einzuhalten, und beruhigt Menschen, die Angst haben, dass ihr Punkt zu kurz kommt. Eine möglichst realistische Einschätzung der Zeit ist wichtig, aber auch nicht immer leicht. Wenn zu Beginn das Ziel des jeweiligen Punktes klar ist, wird die Arbeit viel effizienter. So hilft z. B. die Klärung, ob es um Information, um Austausch oder um ein Ergebnis bzw. eine Entscheidung gehen wird.

 

  • Aug und Ohr der Pfarrgemeinde - Zeit zum Erzählen

augePlane eine fixe Zeit (z.B. 20 Minuten) als Erzählzeit ein, wo Feedback, Wünsche, Kritik und Anregungen von Pfarrmitgliedern zur Sprache kommen können. Hier hat alles Platz! Diese Zeit ist auch hilfreich, um Kritik, die manchmal auf Einzelnen abgeladen wird, los zu werden und um Lob und Wertschätzung den betroffenen Personen zukommen zu lassen.

 

 

  • Mit Wertschätzung und Lob nicht geizen

Uns allen tun Lob und Wertschätzung wohl und sie motivieren uns. Erfolge, abgeschlossene Projekte, Jahresabschluss oder Halbzeiten gehören gefeiert!

 

  • Vernetzung mit den Arbeitskreisen, Hauptamtlichen...

tellerrandUm eine gute Vernetzung mit den Arbeitskeisen zu gewährleisten, ist es hilfreich, wenn zumindest hin und wieder Zeit eingeplant wird, um Wichtiges aus diesen Kreisen erzählen zu können. Manchmal kann es langatmig werden, wenn alle immer alles erzählen. Hier hilft eine klare Fragestellung, z.B. Was ist wichtig, dass der PGR von uns weiß? Gibt es etwas Neues oder etwas, das uns Sorge bereitet? Ein Highlight der letzten Zeit?

 

  • Möglichst viel sichtbar machen

pinwandHilfreich für eine Sitzungsleitung ist, wenn nicht nur gesprochen, sondern möglichst viel auch sichtbar gemacht wird. So werden Fragen und Ergebnisse (wie Verantwortliche, Uhrzeit, Datum, ...) klarer und (manchmal lästiges) Nachfragen erspart.

 

  • Verantwortliche für Einzelthemen finden

Nicht alles muss der/ die gf. Vorsitzende/r einbringen und vorbereiten. Nütze die Chance eines Teams aus und finde Verantwortliche für Einzelthemen, die dann auch das Vertrauen brauchen, um selbstverantwortlich arbeiten zu können. Natürlich muss es auch möglich sein, Hilfe einzufordern, wenn sie nötig ist. Tue das, was dir besonders am Herzen liegt, denn da bist du auch am besten.

 

  • Eine klare Aufgabenverteilung

hilft, dass nicht Einzelne alles machen, und fördert die Verantwortlichkeit und Verbindlichkeit.

 

  • Ergebnisse, Beschlüsse klar formulieren und festhalten

zieleSich für etwas zu entscheiden, ist immer mit Wagnis verbunden. Je klarer diese Entscheidungen formuliert und festgehalten werden, um so leichter fällt es, sich daran zu halten. Bei Bedarf kann auch darauf rückgegriffen werden und Verbindlichkeit eingefordert werden. Es macht auch Sinn, zu vereinbaren, wer die Umsetzung der Beschlüsse kontrollieren darf und auf welche Art das geschehen soll.

 

  • Anwalt/Anwältin für ein Thema

Manchmal ist es hilfreich, für einzelne Themen, die wir im Auge behalten wollen, eine/n Anwalt/Anwältin festzulegen. Z. B. jemanden, der darauf achtet, dass bei allen Initiativen, die wir planen, auch Kinder einen guten Platz haben oder die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung berücksichtigt werden.

 

  • Konflikte dürfen sein

Manchmal stoßen verschiedene Interessen aufeinander und ein Konflikt wird spürbar, was grundsätzlich nichts Schlechtes ist. Vielmehr geht es darum eine gute Kultur zu finden, in der Unterschiede sein dürfen, angesprochen und fair ausgetragen werden. Wenn ein Konflikt immer wieder auftaucht oder schon verschärft ist, kann es hilfreich sein, eine außenstehende Person zur Konfliktbearbeitung beizuziehen. Die Pfarrbegleiter/innen und Gemeindebrater/innen können dafür gerne angefragt werden.

 

  • Ressourcen gut im Auge behalten

Als Kirche/Pfarre ist unsere Sehnsucht immer größer, als das, was wir tun können. Deshalb müssen wir unsere Zeit- und Geldressourcen im Auge haben, um uns nicht selber zu überfordern. Möglichst realistische Planungen und vor allem eine Kultur, in der es möglich ist, zu sagen: "Ich kann im Moment nicht mehr machen." oder "Soviel kann ich beitragen, aber nicht mehr.", ist lernbar. Eine einfache Form von "Budget" mit dem Pfarrkirchenrat auszuarbeiten, hilft für einen realistischen Blick, wie viel Geld zur Verfügung steht.

 

  • Mut zur Konzentration und Mut zur Lücke

PR- GalskugelJe genauer wir wissen, was wir wollen, je klarer wir unsere Schwerpunkte vor Augen haben, um so leichter fällt es, die Kräfte zu bündeln. Manchmal braucht es auch den Mut "Altes" oder "Kraftloses" loszulassen und den Mut eine Lücke auszuhalten. Wir dürfen uns auf das Wesentliche konzentrieren!

 

  • Expert/inn/en einladen, Weiterbildung

Manchmal ist es hilfreich, sich Menschen von außen zu holen, um neue Ideen oder eine neue Sicht zu gewinnen. Warum z. B. nicht einmal die Kindergärtnerin oder den Leiter des Pflegeheims, jemanden von der Hospizbewegung oder eine Homepageexpertin einladen?

Auch die Möglichkeit, eine Weiterbildung besuchen zu können, ist - neben dem Lerneffekt - eine Form von Wertschätzung.

 

  • Zeit für uns - der Weg zur Quelle

assisiUm als Team gut arbeiten zu können, dürfen wir uns auch fragen, was uns selber gut tut. Eine gute Balance von Geben und Nehmen ist sinnvoll und schützt vor Ausgebranntheit und Lustlosigkeit. Lass die spirituellen Quellen eures Tuns nicht austrocknen und trage dazu bei, dass der PGR seine geistliche Wurzeln pflegt. Konkrete Beispiele sind ein Besinnungstag für uns, ein Ausflug oder eine Wallfahrt, gemeinsame Bibelarbeit oder ein einfacher Gottedienst,... .

 

  • Ein offizielles Ende festlegen

Wenn ich weiß, wann die Sitzung zu Ende ist, kommen die wichtigen Punkte vorher zur Sprache. Natürlich ist ein geselliger Ausklang der Sitzung wunderbar. Ein klares Ende gibt allerdings denen, die nach Hause müssen, auch die Erlaubnis dazu. Gleichzeitig vermischen sich während der Sitzung "Tratsch und Klatsch" weniger mit Beratungspunkten, da klar ist, dass danach noch Zeit dafür ist.