Bereits seit einigen Monaten prüfen so genannte Forschungsgruppen im Rahmen des Pastoralgesprächs Pfarrmodelle, die bereits in anderen Diözesen praktiziert werden, auf ihre Tauglichkeit und ihr Potential für die Diözese Vorarlberg. Hier die drei letzten Kurzberichte zu den Forschungsreisen.
"Lebensraumorientierte Seelsorge"
"Das besondere an unserer Forschungsgruppe ‘Lebensraumorientierte Seelsorge’ sind die 16 Teilnehmer/innen, von denen die meisten aus der Stadt Bregenz stammen", berichtet Hermine Feurstein. Um die Auswirkungen und das Potenzial des Modells möglichst konkret einschätzen zu können, legte die Forschungsgruppe den Ansatz der lebensraumorientierten Seelsorge auf Bregenz um. Die Forscher/innen, durch die alle Bregenzer Pfarren vertreten waren haben miteinander ein Visionsbild von Bregenz im Jahre 2020 entworfen.
Hilfreich sei dabei die Erfahrung von Damian Kaeser-Casutt aus St. Gallen gewesen, wo es die lebensraumorientierte Seelsorge bereits gibt. Um diese Lebensräume der Menschen (im Unterschied zur Territorialpfarre) besser zu verstehen, hat die Forschungsgruppe die Stadt Bregenz anhand der so genannten Sinus-Milieu-Studie unter die Lupe genommen.
"Organisationsleiter-Pfarrökonom"
Die Forschungsgruppe "Organisationsleiter-Pfarrökonom" beschäftigte sich mit der Professionalisierung der pfarrlichen Güter- und Wirtschaftsverwaltung. Pfarrer P. Thomas Felder berichtet: "Der ehrenamtliche Pfarrökonom kommt wohl nur für kleine Pfarreien in Frage, ein hauptamtlicher Organisationsleiter setzt hingegen eine Seelsorgeregion voraus."
Die Forscher/innen gingen den Fragen nach, in welcher Weise ein Organisationsleiter am Leitungsauftrag des Pfarrers teilnehmen könne, welche Pflichten und Rechte für einen Organisationsleiter aus dem Modell entstehen würden und wie sich dieses Modell auf das Miteinander der Haupt- und Ehrenamtlichen auswirken würde.
Weltkirchliche Inspirationen
Bei der diesjährigen Fortbildung der Dekanate stellten sich mehr als 40 Teilnehmer/innen den tiefgreifenden Veränderungen, wie sie gegenwärtig in den Pfarrgemeinden stattfinden. Im Zentrum standen Anregungen aus der Weltkirche und die Frage, inwiefern ehrenamtliche Ältestenteams ein Baustein für lebendige Gemeinden sein können.
"Das Leitungsteam, bestehend aus Bischof Fritz Lobinger aus Südafrika, Prof. Paul M. Zulehner und Dr. Bernhard Spielberg erwies sich als Glücksfall für die Tagung im Kloster Reute in Bad Waldsee", berichtet Dekan Herbert Spieler von der Tagung. Über 40 Priester, Pastoralassistent/innen und Ehrenamtliche hätten mit viel Engagement diskutiert, wie die Erfahrungen in den südlichen Ländern Afrikas auch für unsere Diözese fruchtbar werden könnten.
Im Zentrum des Berichtes von Bischof Lobinger standen, so Spieler, so genannte "Laienteams". In vielen Pfarreien des südlichen Afrikas würden solche "Laienteams" bereits die Gemeinden leiten. Wie es dazu kam, wie sie ausgebildet wurden und welche Vorteile solche Führungsgruppen haben, waren die Hauptthemen der Veranstaltung.
Viertes Diözesanes Forum am 30. April in Rankweil
Die detallierten Ergebnisse aus den insgesamt acht Forschungsgruppen werden auf dem Diözesanen Forum 4 "Prüfet alles und behaltet das Gute!" am 30. April 2010 in Rankweil präsentiert werden.
Hier finden Sie alle Informationen zum Diözesanen Forum 4.
Von Dietmar Steinmair veröffentlicht am 15.04.2010
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