Das erste kirchliche Handlungsfeld im Bereich der Sendung ist zentral seit es Kirche gibt: die konkrete Solidarität, die gelebte Nächstenliebe, die Diakonie.

Alles, was ihr für meine geringsten Geschwister getan habt, habt ihr für mich getan. (Mt 25,40)

Die Kirche hat die größte Glaubwürdigkeit in der Gesellschaft dort, wo sie die Liebe Gottes für die Menschen spürbar verkörpert. Und das wird auch in den nächsten Jahrzehnten aller Voraussicht nach so bleiben. Von Beginn an wendet sich die Kirche besonders an Notleidende, an die Menschen am Rand, in der Nähe und in der Ferne, ganz unabhängig von ihrer Religion. Die Würde der Menschen gründet ja darin, dass – aus christlicher Sicht – jede und jeder ein von Gott geliebtes Geschöpf ist. Zudem identifiziert sich Jesus besonders den Notleidenden (vgl. Mt 25) und gibt uns den barmherzigen Samariter zum Vorbild (Lk 10).

Besuchsdienste, Sternsingeraktion, Hilfe für Notreisende, Spendenaktionen, Missionskreise, Engagement in der Caritas, Hospizbegleitung, Sozialpaten, Kontakte zu Flüchtlingen, … Unzählige Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder engagieren sich in ihrer Freizeit für andere Menschen – ob in kirchlichen Aktionen oder in anderen Vereinen und Hilfswerken oder einfach privat.

Habt einen Freund bei den Armen.

Die Kirche in Vorarlberg leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Sozialkapital in unserem Land. Neben der professionellen Hilfe durch kirchliche Hilfswerke hat der soziale Einsatz von vielen Getauften eine besondere Qualität: die persönliche Beziehung zu den Notleidenden. Die Gemeinschaft Sant’Egidio in Rom bezeichnet ihr Engagement als „Freundschaft mit den Armen“.

Und noch einmal Papst Franziskus: "Mir ist eine 'verbeulte' Kirche, die verletzt und beschmutzt ist, weil sie auf die Stra­ßen hinausgegangen ist, lieber, als eine Kirche, die aufgrund ihrer Verschlossenheit und ihrer Bequemlichkeit, sich an die eigenen Sicherheiten zu klammern, krank ist." (EG 49)

Entwicklungsfragen

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