Aus der Liebe Gottes entsteht die Bewegung von Sammlung und Sendung.

Gott ist die Mitte und die Quelle

Ist es eine theologische Banalität oder ein Wunder? In unserem Land gab es, gibt es und wird es Kirche geben, weil Gott das will. Gott will, dass Menschen in seinem Sinne handeln, dass sie als „Sakrament“, als „Werkzeug und Zeichen“ seine Liebe erlebbar machen, damit die Einheit unter den Menschen zunimmt, damit das wächst, was Jesus in seiner Verkündigung als „Reich Gottes“ beschreibt (vgl. Lumen gentium 1). Und weil Gott das will, wird er auch in Zukunft schöpferisch-kreative Wege finden, um es Wirklichkeit werden zu lassen. Wir dürfen in diesem epochalen Übergang der Gesellschaft und der Kirche auf Gottes Wirken vertrauen und damit rechnen, dass auch wir ein Teil der Heilsgeschichte sind.

Die Grunddynamik der Kirche: Sammlung und Sendung

Aus dem Wollen Gottes, aus der Liebe Gottes heraus, entspringt eine kraftvolle, dynamische Grundbewegung: ein pulsierender Wechsel von Sammlung und Sendung.

Schon bei Jesus finden wir diese beiden Seiten, z. B. in der Berufung der ersten Jünger: „Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.“ (Mk 1,17) oder in den beiden Bibelstellen: „Kommt und seht.“ (Joh 1,39) und „Geht hinaus in die ganze Welt.“ (Mk 16,15). Dr. Christian Bauer, Pastoraltheologe in Innsbruck, spricht von der „Komm-her-Kirche“ und der „Geh-hin-Kirche".

In der Natur findet sich dieselbe dyadische Dynamik bei allem, was lebt: beim Ein- und Ausatmen, beim Pulsieren unseres Herzens, … Ein stehendes Gewässer ohne Zu- und Abfluss wird zum Tümpel und das Ökosystem kippt.

In den letzten Jahrzehnten haben sich die Pfarren in unserem Land sehr auf den Bereich der „Sammlung“ und auf die „Komm-her-Kirche“ konzentriert. Sie haben sich bemüht, offen und einladend zu sein. Sie haben für die, die da waren, immer bessere und anspruchsvollere Programme entwickelt. Trotzdem sind immer weniger gekommen. In „Evangelii gaudium“ bittet Papst Franziskus eindringlich, dass die Kirche wieder die Bewegung der Sendung entdeckt, um nicht krank zu werden (vgl EG 1, 17, 25, 261, ...).

Eine Kirche der Sammlung UND Sendung folgt diesem Anliegen des Papstes und steht wieder mehr auf beiden Beinen:

  • Im Feld der Sammlung richtet sie sich an ihre Mitglieder und an die, die Mitglied werden wollen.
  • Im Bereich der Sendung geht sie dorthin, wo Menschen ihren Alltag leben, unabhängig davon, ob diese katholisch sind oder nicht. Kirchliche Menschen engagieren sich hier nicht, weil die anderen Christinnen und Christen sind oder werden sollen, sondern weil sie selber an Christus glauben.
  • Die Energie für diese Bewegung kommt aus der Quelle der unendlichen Liebe Gottes zu seinen Geschöpfen. (vgl. 2 Kor 5,14 "Die Liebe Christi drängt uns.")

Hier finden Sie die Konkretisierung dieser Grundbewegung in fünf Handlungs- und Entwicklungsfeldern: