Chaos ist es, was sichtbar wird, wenn sich in Bosnien und Serbien langsam das Wasser zurückzieht. Die Flut hat bisher 44 Menschen das Leben gekostet, zehntausende sind vor dem Wasser geflüchtet. Nun ist Hilfe gefragt: Trinkwasser, Decken, Medikamente, Lebensmittelpakete und Reparaturmaterial für Boote. Der Appell ergeht an alle.

Die Nothilfeprogramme für die vom Hochwasser schwer getroffenen Menschen in Serbien und Bosnien sind angelaufen. Das berichten Caritas und Diakonie am Montag. "Jetzt bitten wir um die Solidarität der Österreicher", so Caritas-Präsident Michael Landau in einem dringenden Spendenaufruf. Auch der ehemalige Caritas-Präsident und nunmehrige steirische Caritasdirektor Franz Küberl appellierte: "Wir dürfen die Menschen jetzt nicht allein lassen."

Bisher stellte die Caritas Österreich 55.000 Euro für die Akuthilfe zur Verfügung. Außerdem hilft sie mit 100 Trockengeräten, Trinkwasser, Lebensmittelpaketen und Decken. Noch am Montag will die Caritas eine Mitarbeiterin zur Koordination und Unterstützung der Hilfe nach Belgrad entsenden.

Angelaufen ist auch die Nothilfe der evangelischen Diakonie. Im Verbund mit Partnerorganisationen vor Ort, so etwa dem Ökumenischen Hilfswerk in Novi Sad (EHO), unterstütze man die Menschen mit Trinkwasser, Konserven, Medikamenten, aber etwa auch mit Reparaturmaterial für Boote, heißt es in einer Presseaussendung der Diakonie am Montag.

Flut verwüstet wie Krieg in den 1990er Jahren

Das ganze Ausmaß der Katastrophe werde jedoch erst jetzt langsam sichtbar, nachdem sich das Wasser Stück für Stück zurückzieht und vielerorts "das pure Chaos" hinterlasse. "Am meisten hat mich erschüttert, dass die Flut in ihrer Heftigkeit mit den Verwüstungen des Krieges in den 1990er Jahren verglichen wird", betonte Diakoniedirektor Michael Chalupka.

Nach extremen, anhaltenden Regenfällen in den vergangenen Tagen sind weite Landesteile Serbiens und Bosniens überflutet, die serbische Regierung hat den Ausnahmezustand ausgerufen. Bisher forderte die Flutkatastrophe 44 Menschenleben, Zehntausende sind auf der Flucht vor dem Wasser oder mussten evakuiert werden. 300.000 Menschen sind noch immer ohne Strom.

Caritas-Spendenkonto: Erste Bank, IBAN: AT23 2011 1000 0123 4560, BIC: GIBAATWWXXX, Kennwort: Hochwasser Südosteuropa

Diakonie-Spendenkonto: Erste Bank, IBAN: AT85 2011 1287 1196 6333, BIC: GIBAATWWXXX, Kennwort: Fluthilfe Südosteuropa


kathpress