Vorankündigung: 2. Dezember 2011 um 19:30 Uhr im Kulturhaus Dornbirn

Der Romero-Preis wird seit 1980 von der entwicklungspolitischen Aktion "Sei so frei" der Katholischen Männerbewegung verliehen. Er wird jährlich an Personen vergeben, die sich in besonderer Weise für Gerechtigkeit, Menschenrechte und Entwicklung in den Ländern der „Dritten Welt“ einsetzen. Der Preis wurde anlässlich der Ermordung des Erzbischofs Oscar Romero in San Salvador, Mittelamerika, gestiftet.

Am 2. Dezember 2011 um 19:30 Uhr wird im Kulturhaus Dornbirn der diesjährige Romero-Preis verliehen.

Preisträgerin des Romero-Preises 2011 ist Sr. Maria Pacis Irene Vögel (posthum)

Sr. Pacis VögelDie Vorarlbergerin Irene Vögel wurde am 2.11.1931 in Schwarzenberg geboren und ist dort aufgewachsen. 1957 trat sie bei den Missionsschwestern vom Kostbaren Blut in Wernberg ein und erhielt ihren Schwesternnamen Maria Pacis.

1973 wurde sie nach Kenia in Ostafrika gesandt, wo sie ihr Missionswerk begann. Als Missionarin war sie vor allem im Bildungsbereich tätig, hat in Schulen und Kinderheimen unterrichtet und diese auch zeitweise geleitet.

Sr. Maria Pacis Irene Vögel setzte sich fast 40 Jahre für die Ärmsten der Armen in Kenia und Tansania ein. Auf das Engagement von Schwester Pacis Vögel sind viele Projekte zurückzuführen, die eine wesentliche Verbesserung der Lebenssituation und ein Leben in Würde zahlreicher Kinder und Jugendlicher ermöglicht haben.

Am 2.11.2010 verstarb Sr. Pacis Vögel nach kurzer Krankheit in Nairobi, Kenia, genau an ihrem 79. Geburtstag.

3 herausragende Projekte, die ihr besonders am Herzen lagen:

1994 wurde Sr. Pacis Vögel Schuldirektorin der Precious Blood Secondary School in einem Slumgebiet am Rande von Nairobi. Diese Schulgemeinschaft wurde zu ihrer liebsten und besten. So hatte diese Schule innerhalb 12 Jahren 8 mal  die besten Examensresultate von über 4000 Secondarschulen in ganz Kenia. Für ihr außerordentliches Engagement erhielt sie 1985 vom Kenianischen Staatspräsidenten den „Presidential Award“. Im April 2001 übergab Schwester Pacis dann diese Schule in die Hände ihrer fähigen Nachfolgerin.

2002 wurde Sr. Pacis die Leitung des Precious Blood Convents in Nairobi anvertraut. Hier baute sie eine Volksschule für 200 Straßenkinder und ein Rehabilitations-zentrum auf, in welchem die Kinder lernen, sich in geregelten Verhältnissen zurechtzufinden. Neben dem schulischen Unterricht erhalten die Kinder auch Anleitung in praktischer Arbeit, wie z.B. Gemüseanbau.

Ab 2006 wurde Sr. Pacis Vögel eine neue Aufgabe anvertraut. Im Waisenhaus „Star of Hope Children’s Home“ in Juja, ca. 30 km von Nairobi entfernt, bemühte sie sich, ausgesetzten, völlig vernachlässigten und missbrauchten Kindern ein Heim zu bieten. Das Zentrum umfasst ein Kinderheim, einen Kindergarten, eine Volksschule und eine Landwirtschaft. Den Leiterinnen ist es wichtig, neben der ganzheitlichen Erziehung auf physischer, geistlicher und schulischer Ebene, den Kindern auch ihren rechtmäßigen Platz in der Gesellschaft zu zeigen.

Sr. Pacis Vögel verübte ihren Missionsdienst unter außergewöhnlich hohem persönlich Einsatz und ganz nach dem Motto von Abt Franz Pfanner: "Wenn keiner geht, dann gehe ich!"

Von Daniela Schweizer veröffentlicht am 28.01.2011

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