Rom - Montag, 12. Oktober 2015

Manchmal werde ich gefragt wie das nun konkret funktioniert mit der Synode. Eigentlich sind es drei wichtige Säulen. Das erste ist, dass der Prozess in eine spirituelle Dimension eingebettet ist –  bei dem v.a. Gottesdienste wie der Eröffnungsgottesdienst mit Papst Franziskus oder die Heiligsprechung der Eltern der Therese von Lisieux sowie das gemeinsame Stundengebet einen wichtigen Rahmen bilden.

Kleingruppen
Im Plenum sind dann die Synodenteilnehmer, die Fachleute und die Familien versammelt. Grundlage der Diskussionen ist das Instrumentum laboris, welches nach der letzten Synode erarbeitet wurde. Dieses besteht aus drei Teilen, die jede Woche inhaltlich bearbeitet werden. Es beginnt mit einem Statement einer Familie, anschließend sind die Synodenteilnehmer jeweils eingeladen ein maximal dreiminütiges Statement abzugeben. Dieses ist im Vorhinein im Synodensekretariat anzumelden und schriftlich abzugeben. In den 13 Kleingruppen, die nach Sprachen aufgeteilt sind, wird dann konkret am Text gearbeitet. In der Gruppe „Germanicus“, also der deutschsprachigen Kleingruppe, ist Kardinal Christoph Schönborn als Moderator für die Leitung der Gruppe zuständig. Heiner Koch, Erzbischof von Berlin, ist Relator und damit der Berichterstatter.

Aus vielen mach "eins"
Die Gruppe kann Veränderungswünsche – sogenannte Modi – beantragen. Damit auch die anderen Gruppen über die Arbeit in den Sprachgruppen „im Bild sind“, verfasst der Relator eine höchstens zehnminütige Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des „Circulus“, also der Kleingruppe. Zwei Tage wird so anhand der Arbeitsunterlagen über wichtige Themen rund um die Familie diskutiert. Wie ein Mosaik entsteht so ein Bild, das sich aus  den einzelnen Berichten und Ergebnissen der Kleingruppen zusammensetzt. Das Redaktionsteam steht nun vor der schwierigen Aufgabe diesen ersten Teil des Textes so zu formulieren, dass die Meldungen  im Plenum und v.a. die Änderungswünsche in den Kleingruppen darin enthalten sind. Woche für Woche entsteht so ein neuer, veränderter Text, der Schritt für Schritt am Ende der Synode zur Abstimmung gelangt. Dies geschieht übrigens elektronisch per Knopf direkt im Plenum.

Und wie ist es mit der Sprache?
Wie verständigen sich die Teilnehmer, die aus der ganzen Welt angereist sind? Denkbar einfach: Jeder Teilnehmer kann in seiner eigenen Sprache reden und wird von einem Simultanübersetzer per „Knopf“ direkt in die Ohren der anderen Teilnehmer übertragen. Und zwar in fünf Synodensprachen – englisch, französisch, italienisch, spanisch und deutsch.

Bischof Benno Elbs