Mit dem kommenden ersten Fastensonntag wirft Bischof Elmar Fischer in seinem Fastenhirtenbrief einen Blick zurück auf das Ende Jänner stattgefundene erste Gesprächsforum im Rahmen der Pastoralgespräche, einem Dialogprozess, der die Zukunft der Pfarrgemeinden zum Thema hat.
Bischof Elmar Fischer schreibt, dass „das pfarrliche Leben gegenwärtig von vielen Veränderungen betroffen“ sei und damit so manche „Selbstverständlichkeiten und Brauchtümer früherer Jahrzehnte“ verschwänden. Die Kirche sei lediglich eine Anbieterin unter vielen geworden, es gebe viele Menschen, denen die Sprache und die Symbole der Kirche fremd geworden seien.
Die vielen interessierten TeilnehmerInnen der Pastoralgespräche vergleicht er mit den Kundschaftern des Gottesvolkes, die Mose auf Geheiß Gottes ausschickte, um das Gelobte Land zu erkunden. „Und so“, schreibt Bischof Fischer, „wie die Kundschafter in Kanaan ein Land entdeckten, in dem Milch und Honig fließen, aber auf ein starkes Volk gestoßen sind, das dieses Land bereits bewohnt, so haben auch wir nach dem ersten Gesprächsforum das Wissen um gesellschaftliche Trends im Gepäck, die das pfarrliche Leben beeinflussen und nachhaltig prägen werden“.
Daraus resultieren für den Diözesanbischof zwei Herausforderungen. Zum einen sei dies die Bereitschaft, den Glauben von den konkreten Menschen her neu zu entdecken. „Das braucht in unseren Pfarrgemeinden eine Kultur des Interesses aneinander, die sich aus dem Vertrauen nährt, dass Gott im Leben aller Menschen da ist und wirkt“, so der Bischof. Die zweite Herausforderung liege darin, im pfarrlichen Leben spürbar zu machen, dass die Menschen durch den Glauben von Gott dankbar beschenkt seien. „Diese persönliche Dankbarkeit ist heilsam für uns und die Menschen um uns. Die innere Beziehung zu Christus wirkt und ist wichtige Voraussetzung, anderen Menschen den Blick für die Liebe Gottes in ihrem Leben zu öffnen.“
In Bezug auf die kommenden Wochen bis Ostern lädt der Bischof entsprechend dem ausgerufenen Motto „Halt amol“ zum Innehalten ein und nennt als Beispiele das Autofasten und weist auf zahlreiche Solidaritätsaktionen sowie die „Exerzitien im Alltag“ hin, ebenso die vielen pfarrlichen Angebote und liturgischen Feiern. „ER, Gott, der sein ewiges Wort der Liebe nicht dem Schweigen des Todes überlassen hat“, so der Diözesanbischof, „hat uns hineingenommen in seine Liebe, die der Weg über allen Wegen ist. Gehen wir im Gebet, dass diese Liebe Christi unser Leben immer wieder neu werden lasse, auf Ostern zu“.
Am Ende des Hirtenbriefes dankt er allen, die das Leben in den Pfarrgemeinden mittragen und mitgestalten. „Sie sind ein großes Geschenk für Kirche und Gesellschaft.“ Der Hirtenbrief wird am 1. Fastensonntag in den Gottesdiensten verlesen.
Von Rainer Juriatti veröffentlicht am 23.02.2009

