Rom - Samstag, 17. Oktober 2015

Am Morgen früh nütze ich gerne die Gelegenheit zum Joggen. In der Dichte der Synodensitzungen, Gespräche und Begegnungen, Vorbereitungen und Interviews tun körperliche Bewegung und frische Luft gut. Die nächtlichen Regenwolken sind weg. Ein klarer Himmel kündigt den neuen Tag an.

Ich nehme den Weg durch die gerade erwachende Stadt in Richtung der Jesuitenkirche „Il Gesu“. Hier feiere ich den Gottesdienst um 7 Uhr unter einigen römischen Frühaufsteherinnen und Frühaufstehern mit. Und dann gönne ich mir einen Cappuccino und ein Cornetto in der Cafè-Bar „Tazza d’Oro“, wo es angeblich den weltbesten Cappuccino geben soll.

Beim Festakt zum 50-jährigen Bestehen der Bischofssynode hat Papst Franziskus heute Vormittag von der Synodalität der Kirche gesprochen. Sie bedeutet ein Zusammenwirken von dem, was Menschen bewegt zusammen mit dem Papst und den Menschen – ich denke da an die Umfrage zur Synode – zusammen mit den Bischöfen. Es braucht eine lebendige, bewegliche Kommunikation, die in vielen Fragen einen neuen, an Christus orientierten Zugang findet.

Das hat mich heute Vormittag bewegt und es war bewegend, weil Papst Franziskus so deutlich ausgesprochen hat, was für ihn eine Synode bedeutet, dass es auf der einen Seite eine heilsame Dezentralisierung braucht und gleichzeitig auch den liebevollen Blick auf all das, was ist. Im gegenseitigen aufeinander Hören, im miteinander Gehen, im wechselseitigen Hinterfragen kann etwas in Bewegung kommen.

Bischof Benno Elbs