Rom - Sonntag, 18. Oktober 2015

Die feierliche Heiligsprechung der Eltern der Heiligen Therese von Lisieux heute Vormittag auf dem Petersplatz mit Zehntausenden von Mitfeiernden aus aller Welt hat die große Bedeutung der betenden, kontemplativen Dimension der Kirche unterstrichen. Kirche ist Pastoral, seelsorgliches Begleiten, Aktion, sie ist aber ganz wesentlich auch die innige Beziehung zu Gott in Kontemplation und Gebet. Diese betende Dimension ist auch für die Synode wichtig.

Louis Martin und Zélie Guérin wollten ursprünglich Ordensleute werden, wurden jedoch beide abgewiesen. Sie lernten sich kennen und heirateten. Ihre fünf Töchter schlugen den Weg ein, der ihren Eltern verwehrt geblieben war: Sie wurden Ordensfrauen. Die Eltern haben das christliche Klima geschaffen, eine Umgebung voller Glauben und Liebe, dass diese Berufungen aufkeimen konnten, hob Papst Franziskus in seiner Predigt hervor. Mit Blick auf das Sonntagsevangelium unterstrich der Papst, dass Nachfolge Christi ist unvereinbar ist mit Ehrgeiz und Karrieredenken.

Die vielen Menschen beim Gottesdienst auf dem Petersplatz geben der Hoffnung auf ein gutes Leben viele Gesichter in konkreten Situationen des Lebens. Bei einer abendlichen Einladung haben Künstlerinnen ein Lied gesungen, das wiederum zeigte: die Wege durch Täler und Dunkel führen zum Licht, wenn wir Gott vertrauen. Die Familie ist der Ort des Lebens, wo wir dieses Vertrauen lernen, wo wir getragen werden, wenn wir schwach sind,

Heiliger Louis und heilige Zélie, bittet für uns.

Bischof Benno Elbs