Kaum haben die rund 270 Bischöfe und die 90 Berater und Beobachter ein paar Tage gemeinsam bei der Familiensynode in Rom getagt, schon werden sie in Gruppen aufgeteilt. Genauer gesagt in 13 Sprachzirkel. Das hat der Vatikan am Mittwoch bekannt gegeben. Rund 40 Stunden lang werden sie sich in den nächsten Wochen mit Fragen zu Ehe und Familie befassen und am Ende jeder Woche ihre Ergebnisse vorstellen.

Kardinal Christoph Schönborn, Bischof Benno Elbs, Kurienkardinal Walter Kasper, Kurienkardinal Kurt Koch, Kurienkardinal  Gerhard Ludwig Müller, Erzbischof Reinhard Marx, Erzbischof Heiner Koch und Bischof Franz-Josef Bode - so lauten die Namen der deutschsprachigen Synodalen-Kleingruppe, die derzeit in Rom tagt.  Am Mittwoch gab der Vatikan die Liste mit den gewählten Moderatoren (Diskussionsleitern) und Relatoren (Berichterstattern) der jeweiligen Gruppen bekannt. Diskussionsleiter der deutschen Gruppe ist Kardinal Christoph Schönborn, Berichterstatter Erzbischof Heiner Koch.

Neu bei dieser Synode
Von den 13 Sprachgruppen wird  eine intensive und interessante Sachdiskussion erwartet. Vier Gruppen diskutieren dabei auf Englisch, je drei auf Französisch und Spanisch, zwei auf Italienisch und eine auf Deutsch. Wie Beobachter hervorheben, sind die Plenardebatten diesmal weniger wichtig als früher. Denn die neuen Spiegelregeln der Synode verlagern den Schwerpunkt aus der Aula in die 13 Sprachgruppen. Dort können sich nicht nur die Mitglieder zu Wort melden, sondern auch die Berater und Experten. Zudem ist die Redezeit nicht beschränkt. Auch wenn die deutschsprachigen Kardinäle, die durchaus unterschiedliche theologische und pastorale Akzente setzen, regelmäßig miteinander im Gespräch sind, dürfte ein so langer und intensiver Meinungsaustausch eine Premiere sein.

Zusammenfassende Wochenberichte
Wie alle Sprachgruppen müssen auch die Deutschsprachigen jede Woche einen gemeinsamen Bericht im Plenum präsentieren. Dieser dürfte nach Einschätzung von Beobachtern eine der hochkarätigen Besetzung angemessene Berücksichtigung finden wenn das zehnköpfige Redaktionskomitee zusammenfassende Wochenberichte und dann den Endbericht der Synode erstellt. Dieser dient Papst Franziskus als Vorlage für ein Dokument für die Weltkirche. Möglich wäre es aber auch, dass er den Endbericht selbst veröffentlichen lässt, wie er es nach der Synode 2014 spontan veranlasste.

Konzentration auf Hauptthemen
Um den zeitlich knappen Synodenrahmen optimal auszufüllen, sollen die Beratungen diesmal themenzentrierter ablaufen. Anstelle einer breiten Sachdebatte, in der nach einer ungefilterten Rednerliste von Anfang an alle Themenaspekte zur Sprache kamen, will man sich diesmal pro Woche auf eines der drei Hauptthemen konzentrieren: Auf die heutigen Herausforderungen für die Familie, dann auf die Aussagen der Kirche zur Familie und schließlich auf Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt. In diesem dritten Teil - in der letzten Synodenwoche - geht es auch um die Begleitung in schwierigen Situationen, um gescheiterte Ehen ebenso wie um einen Kommunionempfang für wiederverheiratete Geschiedene und um die Homosexuellen. (red/kathpress)