Rom – Freitag, 9. Oktober 2015

Der Konflikt im Nahen Osten spielt auch auf der Synode hier in Rom eine Rolle. In unserer Sprachgruppe erzählt der melkitische Patriarch von Damaskus, Gregorius III., von der schwierigen Situation der Christen in Syrien. Sie sind Repressionen besonders ausgesetzt.

Durch die Fluchtbewegungen verliert das Land Menschen, die für den Aufbau der Gesellschaft so wichtig wären. Wer baut die zerstörten Häuser wieder auf? Wer unterrichtet die Kinder? Wer gewährleistet die medizinische Versorgung in den Krankenhäusern?

Auch Papst Franziskus hat heute Morgen in der Aula das Wort ergriffen und gemeinsam mit den Teilnehmern der Synode für die Menschen im Nahen Osten gebetet. Der Papst appellierte eindringlich an alle Entscheidungsträger, sich für politische Lösungen des Konflikts einzusetzen. Es macht traurig, dass Kinder, Frauen und Männer in die Flucht getrieben werden und Opfer von Hass und Zerstörung sind.

Und doch ist es auch hier wieder die Familie, die hilft, nicht völlig zu verzweifeln, weil man füreinander sorgt. Viele Erfahrungen von Flucht zeigen, dass Familien für das Überleben in existentiellen Bedrohungssituationen ausschlaggebend sind. Wer schwach ist, wird getragen. Wer trauert, wird getröstet. Wer Angst hat, dem wird ein gutes Wort gegeben. Und ein Gebet schenkt das gemeinsame Vertrauen, dass Gott mitgeht.

Bischof Benno Elbs