Rom - Freitag 16. Oktober 2015

Heute Abend ging ich nach der Synodensitzung noch zum Abendgebet der Gemeinschaft Sant‘ Egidio in der Kirche Santa Maria in Trastevere. Die Kirche war voll, so wie jeden Abend. Eine Bibelstelle, Predigt und die berührenden Gesänge prägen die schlichte und doch ganz besondere Atmosphäre dieser Vesper, die jeden Tag um 20.30 Uhr gefeiert wird. Dreimal pro Woche wird den Armen Roms ein Essen gereicht. An die 1.500 Menschen kommen dazu jedesmal.

„Die Armen sind es, die uns zu Christus führen.“ Das ist der Grundgedanke und die Kernbotschaft dieser kirchlichen Bewegung. Ihre Mitglieder suchen ihre Freunde bei den Armen – in Rom oder anderswo. Die Gemeinschaft Sant‘ Egidio hat sich auch als Friedensstifterin und Brückenbauerin bei manchen Konflikten in aller Welt einen Namen gemacht. Césare Zucchoni, ein Leiter der Gemeinschaft, ist auch in Vorarlberg kein Unbekannter. Er hat unter anderem bei Pastoraltheologischen Tagen in St. Arbogast und auch beim Pastoralrat über diese ansteckende Initiative berichtet.

Übrigens: Auch Papst Franziskus hat heute einen Besuch bei Obdachlosen gemacht. Ich kann das verstehen. Hier wird der Kompass des Herzens wieder eingerichtet.

Bischof Benno Elbs