Mit dem Vorlesen des Ernennungsdekretes und der Vorstellung des Erwählten beginnt am kommenden Sonntag eine Eucharistiefeier, die nicht alltäglich ist: Die Bischofsweihe. Welche Symbole dabei eine Rolle spielen, erklärt Dompfarrer Rudolf Bischof.

Dass ein Bischof bei seiner Weihe Mitra, Stab und Bischofsring erhält, dürfte so gut wie jedem bekannt sein. Weniger bekannt ist, was es mit Handlungen wie der Handauflegung auf sich hat. „Die Bischofsweihe ist in eine Eucharistiefeier eingebettet“, erklärt Rudolf Bischof. Nach dem Versprechen des Erwählten, den Glauben treu zu bewahren und sein Amt recht zu verwalten, erfolgt die Allerheiligenlitanei.

Der „Erdhafte“
Hierfür legt sich der Neugewählte auf den Boden um mit der Erde, „diesem Humus, von dem dann auch die Humilitas, also die Demut kommt“, verbunden zu sein, so Bischof. Dass er sich auf die Erde legt, bedeutet, dass er ein "Erdhafter" sein will, erklärt der Dompfarrer weiter, und dass er den Menschen von dieser Erdhaftigkeit her dienen will. Im Rahmen der gesungenen Allerheiligenlitanei reiht er sich zudem in die  Schar der Heiligen ein. "Die haben nicht immer unter dem Glassturz gelebt", schmunzelt Bischof, "sondern gekämpft, gefragt und gelitten". Es folgt der älteste Ritus der Bischofsweihe: die Handauflegung.

Handauflegung in aller Stille
„In dieser Handauflegung, die in aller Stille geschieht, kann man zurückwandern bis zu den Aposteln“, zeigt sich Bischof vom Ritus, der schon in der Bibel bezeugt ist, beeindruckt. Seit den Zeiten der Apostel wird durch Handauflegung und Weihegebet die Gabe des Heiligen Geistes für das Bischofsamt übertragen. "Das Besondere an dieser Handauflegung ist auch, dass man dem Bischof bei diesem langen Weg der Geistsendung wünschen kann, dass dieser Geist ihn trägt. Und das ist etwas ganz Tiefes", hebt Rudolf Bischof hervor. Rund 20 Bischöfe, angefangen beim Erzbischof von Salzburg, Alois Kothgasser bis hin zu Altbischof Elmar Fischer, werden Bischof Benno mit dieser Handlung in die Gemeinschaft der Bischöfe aufnehmen.

Beschützt durch das Evangelium
Es folgt das Weihegebet, "in dem gesagt wird, dass Gott das Leben will und dass er das Leben begleiten will". Darum ruft er auch Vorstehen und ihnen soll dieser Geist geschenkt sein, so Bischof. Symbolisch wir deshalb das Evangelium Buch, das Evangeliar, wie ein Dach geöffnet und über den Kandidaten gehalten. „Er soll unter dem Schutz dieses Evangeliums stehen, aber auch die Autorität dieses Wortes in sein Leben mitnehmen“, erklärt Bischof.

Salbung mit Chrisamöl
Es folgt die Salbung des Hauptes mit Chrisamöl, welches aus Olivenöl und Balsamharz besteht und in der Chrisammesse vor Ostern vom Bischof geweiht wurde. In der Bibel wurden Propheten, Priester und Könige gesalbt und so haben die Urchrist/innen dies übernommen. Das Chrisamöl wird dabei für Taufen, Firmungen und auch für Priesterweihen verwendet.

Insignien: Zeichen des Bischofsamtes
Anschließend erhält der neue Bischof das Evangeliar mit dem Auftrag, dieses Evangelium zu verkünden und zu deuten, überreicht. Neben dem Ring als Zeichen der Treue und Verbundenheit mit Christus und den Menschen wird ihm auch die Mitra, die sich seit dem 12. Jahrhundert herausgebildet hat, als Zeichen des Amtes und des Schutzes aufgesetzt. Der Ring von Bischof Benno ist jener, den er von seinen Eltern zur Matura erhalten hat. "Deswegen ist der Ring auch ein Bild der Lebensbegleitung", hält Rudolf Bischof fest. Der Bischofsstab als letzte der Insignien soll den Stab eines Hirten symbolisieren, der Begleiter ist. "Es ist der Stab des guten Hirten, der sich den Menschen zuwendet, der das Verletzte verbindet, der auf eine grüne Au führt", führt Bischof aus. Er ist zudem krumm, weil sich der Bischof, genauso wie Gott „der Erde und den Menschen“ zuwenden soll, so der Dompfarrer.

Friedensgruß und Kathedra
Mit dem Friedensgruß in Form einer Umarmung nehmen die Bischöfe Benno Elbs in ihre Gemeinschaft auf und führen ihn zur Kathedra, dem Bischofsstuhl. Er ist Zeichen des Lehrstuhls, da er die Verantwortung für die Lehre und ihre Bewahrung hat. Zudem ist der Bischofsstuhl, auf dem das Wappen des Bischofs prangt, ein Zeichen des Amtes. In der Bischofskirche, dem Dom St. Nikolaus, stehen gleich zwei Kathedra: Der große steinere aus dem Jahr 1955 und ein bescheidener aus Holz aus dem Jahr 1840. "Sowohl Bischof Elmar als auch Bischof Benno haben sich für die bescheidene Kathedra entschieden", erklärt der Dompfarrer.

Zuletzt wird der Bischof auf seine MitarbeiterInnen zugehen und sie bitten, dass sie mit ihm arbeiten. Eine Bitte, der gern entsprochen wird, schließt Rudolf Bischof die Einführung in die Weiheliturgie ab.