Fünf Tage weilen Österreichs Bischöfe in Rom. Auf spiritueller Ebene wird dabei die Verbindung zwischen Teilkirche und Universalkirche zum Ausdruck gebracht und gestärkt. Auf pastoraler Ebene geht es um Gespräche mit Vertretern unterschiedlicher Kongregationen. Auch das Generalsekretariat, das die Bischofssynode über "Familie und Evangelisierung" vorbereitet, gehört dazu. Hier wird es brandaktuell.

Die österreichischen Bischöfe reisen unter Führung des Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Kardinal Christoph Schönborn, zu ihrem am Montag beginnenden Ad-limina-Besuch nach Rom. Beim jetzt vorliegende Programmablauf ist es gegenüber dem ursprünglichen Plan noch zu wichtigen Änderungen gekommenen. So werden Kardinal Schönborn und die Bischöfe der Wiener Kirchenprovinz bereits am Montagvormittag in Einzelaudienz von Papst Franziskus empfangen. Die Papst-Audienz für die Bischöfe der Salzburger Kirchenprovinz ist für Donnerstagvormittag vorgesehen. Im Anschluss daran und "als Höhepunkt des Ad-limina-Besuchs trifft Papst Franziskus mit allen Mitgliedern der Bischofskonferenz zusammen". Das erklärte der Generalsekretär der Bischofskonferenz, Peter Schipka, am Sonntag gegenüber "Kathpress".

Die "visitatio ad limina apostolorum" (Besuch an den Apostelgräbern") ist vom Kirchenrecht in regelmäßigen Abständen vorgesehen - für die österreichischen Bischöfe war das zuletzt vor über acht Jahren im November 2005 im Pontifikat von Benedikt XVI. Der geistlichen Intention des Besuchs folgend wird dieser am Montagmorgen mit einer Messe des Episkopats in der Krypta des Petersdoms in unmittelbarer Nähe zum Apostelgrab eröffnet. Hauptzelebrant dabei ist Kardinal Schönborn. Den Schlusspunkt des Ad-limina-Besuchs bildet der Gottesdienst am Freitagnachmittag in der Basilika St. Paul vor den Mauern, dem Erzbischof Franz Lackner vorstehen wird.

Dichtes Besuchsprogramm

Ein Fixpunkt bei allen Ad-limina-Besuchen sind die Gespräche der Bischöfe mit den engsten Mitarbeitern des Papstes, um einen Überblick über die Situation in ihrem Kirchengebiet geben zu können und dabei die Expertise auf weltkirchlicher Ebene einzuholen. Die großen Dikasterien, wie die für Glaubenslehre, Bischöfe, Klerus, Ordensgemeinschaften, weiters für Gottesdienst zuständigen Kongregationen, werden von allen Bischöfen besucht. Alle Mitglieder der Österreichischen Bischofskonferenz werden zudem das Generalsekretariat der Bischofssynode aufsuchen, das die kommenden Synoden über "Familie und Evangelisierung" vorbereitet. Das dichte Besuchsprogramm sieht vor, dass auch die anderen Dikasterien von bischöflichen Delegationen besucht werden.

Gottesdienste in den vier römischen Hauptbasiliken

Ein Ad-limina-Besuch hat vom Prinzip her einen starken spirituellen Charakter und soll die lebendige Verbindung einer Teilkirche mit der Universalkirche und ihren apostolischen Fundamenten zum Ausdruck bringen. In diesem Sinn werden die österreichischen Bischöfe in den vier römischen Hauptbasiliken Gottesdienst feiern, am Montag um 7.15 Uhr im Petersdom, am Mittwoch um 16.00 Uhr in San Giovanni in Laterano, am Donnerstag um 7.30 Uhr in Santa Maria Maggiore und am Freitag um 16.00 Uhr in San Paolo fuori le Mura.

Treffen mit deutschsprachigen ChristInnen

Ein Fixpunkt mit pastoralem Akzent ist die Eucharistiefeier der Bischöfe am Dienstag, 28. Jänner, um 19.30 Uhr, in der österreichisch-deutschen Nationalkirche Santa Maria dell'Anima unweit der Piazza Navona. Im Anschluss daran werden die Bischöfe im Rahmen eines Empfangs mit den in Rom lebenden deutschsprachigen Gemeindemitgliedern zusammentreffen.

Untergebracht sind die österreichischen Bischöfe für die Dauer des Ad-limina-Besuchs in der Casa Santa Marta, in jenem Gästehaus auf vatikanischem Boden, in dem auch Papst Franziskus wohnt.

Weitere Meldungen rund um den Ad-limina-Besuch der Österreichischen Bischofskonferenz sind im "Kathpress"-Themenschwerpunkt unter www.kathpress.at/adlimina abrufbar.


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