Eine "Blütenlese" aus der spezifisch vorarlbergerischen Reformationsgeschichte vom Beginn des 16. Jahrhunderts bis herauf ins 20. Jahrhundert präsentiert Prof. Dr. Alois Niederstätter (Leiter des Landesarchivs in Bregenz) am 29. Oktober im Gemeindesaal der Evangelischen Kirche Bregenz (Kosmus-Jenny-Straße 1). Der Vortrag ist eine Veranstaltung im Rahmen der 150-Jahr-Feier der evangelischen Kirchen in Vorarlberg.
Dokumente zum Prostantismus in Vorarlberg. Eine reformationsgeschichtliche Blütenlese.
Referent: Prof. Dr. Alois Niederstätter
Samstag 29. Oktober, 17 Uhr
6900 Bregenz, Kosmus Jennystraße 1, Evangelischer Gemeindesaal
Angesichts der überraschend großen Zahl von Vorarlbergern, die zu Beginn des 16. Jahrhunderts in Wittenberg studierten, verwundert es nicht, dass die Reformation auch hierzulande rasch Eingang fand, vor allem in der Humanistenstadt Feldkirch sowie in Bludenz, aber auch auf dem Land. Schon bald aber wies die habsburgische Landesherrschaft ihre Vögte an, gegen den neuen Glauben vorzugehen. So berichten denn auch die meisten aus dieser Zeit erhaltenen Dokumente über die Verfolgung Reformierter, über Sanktionen und Präventivmaßnahmen. Mit dem Sieg der Gegenreformation verstummen die Quellen weitgehend. Erst als im 19. Jahrhundert im Zuge der Industrialisierung reformierte Unternehmer und Arbeiter nach Vorarlberg kamen, bildeten sich wiederum kleine protestantische Gemeinschaften. Nunmehr berichten die Dokumente von ihrem Bemühen um Schaffung fester, legitimierter Strukturen, aber auch vom Widerstand, mit dem sie sich bis ins 20. Jahrhundert konfrontiert sahen.
Von Walter Buder veröffentlicht am 06.10.2011

