Die Bregenzer Ökumenischen Gespräche 2011 nehmen sich ein komplexes und traditionsreiches theologisches Thema vor, nämlich die Frage nach dem/den Gottesbild(ern). Die drei Folgeabende am 8., 15., und 22. November akzentuieren jeweils einen verschiedenen Zugang zum Thema: "Der Gott, an den ich glaube..." und zwar mit unterschiedlichen Referenten/innen und sorgen so in Form und Inhalt für spannende Impulse aus der aktuellen theologischen Diskussion auf neuestem Stand.

Die Ökumenische Gespräche Bregenz 2011 beginnen jeweils um 19.30 Uhr im Gemeindesaal der Evangelischen Pfarrgemeinde in Bregenz (Kosmus-Jenny-Straße). 

Ökumenisches Gespräch I  

Dienstag, 8. November 2011: „Gott auf der Ersatzbank“ - Gottesbilder unserer Tage mit Mag. Edwin MATT (Pfarrer in Bregenz-Mariahilf, re.) und Mag. Ralf  STOFFERS (Pfarrer der Ev. Pfarrgemeinde Bregenz, li.)  

ralf stoffers

Edwin Matt_quer

Mag. Edwin Matt: „Der Gott, an den ich glaube…“ – als "Neuling" in der Pfarrgemeinde Mariahilf bin ich im April zur Gruppe „Ökumenische Gespräche Bregenz“ gestoßen. Pfarrer Anton Bereuter hat mich zu einem Treffen eingeladen. Das Thema stand schon fest. Spannend und interessant, so habe ich mir gedacht. Gerade wenn jemand berufsmäßig mit „Gott und der Welt“ zu tun hat, ist ein Vergewissern und Nachdenken bezüglich des Gottes, an den ich glaube und den ich verkünde, unerlässlich. Das Thema regt an, fordert heraus und kann mir – da bin ich mir sicher – von den ReferentInnen und den Teilnehmenden an den Abenden, Anregungen und Anstöße geben, vielleicht auch die eine oder andere Spur auf Gott hin eröffnen. Ich freue mich darauf.  

ev. Pfr. Mag. Ralf Stoffers: Seit Jahrtausenden geschieht die Rede von Gott einzig und allein in Bildern und Symbolen. Eine unüberschaubare Vielfalt an Gottesbildern hat sich angesammelt. Es wird vom „guten“ oder „lieben Gott“ gesprochen, vom „gerechten Gott“, vom „väterlichen Gott“, vom „dreieinigen Gott“, von Gott als „gütiger Mutter“ oder auch von Gott als „unendlicher Liebe“ … Viele, wenn nicht fast alle, dieser Gottes-Bilder bzw. -Beschreibungen provozieren in der Gegenwart beim Gegenüber zumindest (Nach-)Fragen, wenn nicht sogar Kopfschütteln oder Widerspruch. Und grundsätzlich wird die Frage gestellt, wie sich die Rede von Gott in Bildern eigentlich zum (dritten) Gebot „Du sollst dir kein Gottes-Bild(nis) machen“ verhält. - Auf der anderen Seite wird aber auch immer wieder deutlich, dass die Suche nach Gott, die „Sache mit Gott“ (Heinz Zahrnt) für die Menschen auch im 21. Jahrhundert nicht erledigt ist. Weil sich viele Lebenserfahrungen der Menschen anscheinend aber nicht mehr mit den überlieferten Bildern in Einklang bringen lassen, entscheiden sich viele Menschen, Gott (oder: ihr Bild von ihm?) einfach auf die Ersatzbank zu setzen. Er kann, wenn die Spielsituation es erfordert, ‚eingewechselt‘ werden, nimmt aber am „Spiel des Lebens“ nicht mehr automatisch teil.  Welche Konsequenzen zieht das für die bildhafte Rede von Gott nach sich? - Ein gemeinsames Nachdenken (von ReferentInnen und BesucherInnen) an den drei Abenden über die biblische Grundlegung der Rede von Gott, dem Wandel überlieferter Gottesbilder und den Folgen daraus stehen im Mittelpunkt der Bregenzer Ökumenischen Gespräche 2011.

Ökumenisches Gespräch II

Dienstag, 15. November 2011: „Ich werde sein, der ich sein werde“ - Biblische Gottesbilder mit Mag. Barbara KNITTEL (re), Ev. Theologin und Psychotherapeutin (Feldkirch) und Dr. Hans RAPP (li), Leiter Katholisches Bildungswerks Vorarlberg (Feldkirch)

Rapp Hans

Knittel Barbara

Mag. Barbara Knittel: "An diesem Abend geht es um Schwellen und Klippen in der Bibel im Zusammenhang mit Erfahrungen und Bildern von Gott. Es gibt biblische Bilder von Gott mit einer Strahlkraft über die Jahrtausende hinweg, und es gibt auch archaische Gottesbilder, mit einer einengenden Wirkung. An zahlreichen Stellen sowohl im alten wie auch im neuen Testament gibt es Wendepunkte oder Schwellen, die bis heute ermutigen, in biblischen Bildern nicht zu erstarren, sondern Schwellen zu überschreiten. Um das deutlicher zu zeigen, werden ausgewählte biblische Texte aufgenommen."


Ökumenisches Gespräch III

Dienstag, 22. November 2011: „Zur Verantwortung be(f)reit“ - Gottebenbildlichkeit und Alltag
mit Dr. Ina PRAETORIUS, Evang. Theologin, Autorin und Referentin

ina prätorius

Dr. Ina Prätorius: "Bis heute wird in den meisten deutschen Bibelübersetzungen der Gottesname mehr als 6000 mal mit "der Herr" übersetzt. Menschliche Gottebenbildlichkeit würde demnach bedeuten, dass wir alle, Frauen und Männer, zu "Herren" werden - über die Welt und über uns selbst. Genau diese Vorstellung aber gerät heute in die Krise. Deshalb wird es notwendig, neu über unsere Vorstellungen von Gott und Göttlichkeit nachzudenken. Die Bibel bietet genügend Ansatzpunkte für ein solches Nachdenken. Denn Gott erscheint hier auch als ICH-BIN-DA (Ex 3,14) oder als LIEBE (1 Joh 4,7f) ua. Ausgehend von solchen Gottesnamen gewinnt das Nachdenken über unser Sein und Handeln in der Welt neue Kraft und Inspiration." 


Als Veranstalter laden herzlich ein: Team der Ökumenischen Gespräche; Bildungswerk Bregenz der ev. und katholischen Pfarrgemeinden.

Eintritt frei(willige Spende).

 

 

Von Walter Buder veröffentlicht am 08.10.2011

Zugehörige Themen

Glaubensbildung | Erwachsenenbildung

Links und Dateien