32 Wallfahrer/innen aus Vorarlberg pilgerten kürzlich nach Lourdes. Ein Reisebericht des Feldkircher Alt-Bischofs Elmar Fischer.

Bischof Elmar Fischer

Nevers war die erste Station der Fahrt. Dort ist die Hl. Bernadette unverwest im Sarkophag zu sehen. Sie hat uns die Botschaft von der Unbefleckten Empfängnis bezeugt in der Einfalt des Kindes. Die Mutter Gottes lässt ihr Opferleben heute aufleuchten in einem Antlitz, das die Schönheit des Himmels erahnen lässt.

"Sie erfahren Stärkung"

Lourdes zeigt uns Maria als Mutter der Kranken, der Leidenden. Jeden Tag kommen sie mit ihren Pfleger/innen zu den beiden Prozessionen. Am Nachmittag wird Christus im heiligen Sakrament verehrt, abends wird in der Lichterprozession  der Rosenkranz in verschiedenen Sprachen gebetet, in der Pilger/innen aus aller Welt ihre Anliegen zu Maria tragen. Die Quelle, die Bernadette auf Hinweis der Mutter Gottes aufgegraben hat, kennzeichnet wohl am deutlichsten ihre Botschaft: heilendes frisches Wasser soll der Glaube sein, den sie uns durch ihr „Ja“ zur Botschaft des Engels aufgetan hat. Die Zahl der Pilger/innen, die kommen, zeigt, sie erfahren  bei ihr Stärkung.

Erstaunlich ist, dass 1200 Ehernamtliche, die der organisatorische Aufwand zusätzlich zu den Dauerbeschäftigten erfordert, sich das ganze Jahr hindurch finden. Mehrere Millionen Pilger/innen kommen alle Jahre hierher. 32 Gläubige haben die achttätige Gebetsfahrt mit mir unternommen. Besonders erfreulich: 12 Jugendliche waren dabei.

Persönlicher und gesellschaftlicher Friede

Es ist ja immer auch das Anliegen einer solchen Fahrt, den Anruf der Mutter Gottes zu beantworten.  Sie hofft auf unser Gebet und unsere Hinwendung  zu Christus, damit Friede persönlich und in der Gesellschaft aufgebaut und gestärkt, aus Konflikten zurückgewonnen und gefestigt wird.

Ein Besuch des heiligen Pfarrers von Ars, J. B. Vianney, war der konkrete Blick in das liberale Frankreich nach der Revolution von 1789, in ein Leben, das Umkehr für wohl Hunderttausende gebracht hat. Bis zu 80.000 Gläubige soll der Pfarrer jährlich in der Beichte von ihren Sünden losgesprochen haben. La Salette, Lourdes und Ars waren die Initiativen Gottes gegen Sinn- und Werteverlust im damaligen Frankreich.

Es war eine Fahrt, die Vertiefung des Glaubens in mehrfacher  Weise gebracht hat. Zu danken ist Pfarrer August Bechter,  der zusammen mit dem Büro der Pilgerfahrten dieses Unternehmen alle Jahre ermöglicht.