LH Wallner dankte für engagierten Einsatz um eine gerechtere Welt. Christina Thanner von der Dreikönigsaktion im Interview mit Landeshauptmann Markus Wallner.

Was bedeutet es für Sie, wenn die SternsingerInnen Jahr für Jahr an Ihrer Tür läuten?

Ich persönlich finde es einen schönen Brauch, dass alljährlich Buben und Mädchen als SternsingerInnen von Haus zu Haus ziehen, die Weihnachtsbotschaft von der Geburt Jesu verkünden und den Menschen Friedens- bzw. Segenswünsche für das neue Jahr bringen. Der Besuch einer Sternsingergruppe ist immer etwas Besonderes. Es löst zumindest bei mir ein Gefühl von Vertrautheit aus, wenn die Kinder in ihren schönen Kostümen ihre Sprüchlein aufsagen, Lieder singen und die Segenszeichen an die Tür malen. Das Engagement und der Ernst, mit dem die Kinder bei der Sache sind, ist beachtlich. Ebenso großartig ist der Einsatz der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in den Pfarren, die diese Aktion mittragen.

Was schätzen Sie besonders am Engagement der 3.500 Vorarlberger SternsingerInnen?

Neben dem Erhalt eines schönen Brauches, der Bewahrung einer liebenswürdigen Tradition, stellen sich die Sternsingerinnen und Sternsinger auch noch in den Dienst einer guten Sache. Die gesammelten Spenden werden für Entwicklungsprojekte in den ärmsten Regionen der Welt eingesetzt. Dabei wird das Geld sehr wirksam verwendet, etwa für Schulbildung, für medizinische Versorgung, Nahrungssicherung, sauberes Trinkwasser und für die Stärkung der Menschenrechte. Mit ihrem Engagement bewirken die sie damit viel Positives in den Armutsregionen unserer Welt. Darauf dürfen die Kinder zu Recht stolz sein.

Die Dreikönigsaktion verfolgt entwicklungspolitische Ziele. Uns ist daher wichtig, wie es im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit weiter geht. Wie sehen Sie die Zukunft? 

Das Land Vorarlberg hat allein im Jahr 2011 mehr als 40 Projekte in rund 20 Ländern finanziert. Dafür sind knapp 460.000 Euro aufgewendet worden. Insgesamt hat Vorarlberg seit 1960, damals wurde mit der Entwicklungszusammenarbeit begonnen, gut 21 Millionen Euro investiert. In Kooperation mit verlässlichen Partnern sind fast 900 Projekte in mehr als 60 Ländern umgesetzt worden.

Großes Augenmerk wird auf gezielte Unterstützung im Bildungsbereich gelegt. Zusätzlich zur Schule sind aber auch die Berufsausbildung, die Weiterbildung, die Wissensvermittlung in Sachen Gesundheit und Hygiene sowie der Umgang mit sauberem Trinkwasser entscheidende Bausteine der Vorarlberger Entwicklungszusammenarbeit. Dazu zählen auch Initiativen im Bereich der landwirtschaftlichen Ausbildung oder im Handwerk.

Vorarlberg setzt bei der Entwicklungszusammenarbeit auf die Zusammenarbeit mit nichtstaatlichen Organisationen (NGO's), Initiativen, aber auch auf Entwicklungshelfer und Missionare. Damit haben wir bis zum heutigen Tag gute Erfahrungen gemacht. Bei der Umsetzung von Projekten werden auch örtliche Initiativen eingebunden - auf diese Weise ist sichergestellt, dass unsere Unterstützung dort ankommt, wo sie tatsächlich gebraucht wird.

Auf Bundesebene wurden und werden die Ausgaben für die Entwicklungszusammenarbeit gekürzt. Wie stehen Sie persönlich dazu?

Zunächst einmal bin ich froh, dass Vorarlberg in der Lage ist, die Ausgaben für die Entwicklungszusammenarbeit auf einem hohen Niveau zu halten. Es geht um gerechtere Chancen in der Welt. Ich sehe es als moralische Verpflichtung, dass wir einen solidarischen Beitrag leisten. Das Land verfolgt dabei den Weg der effizienten Hilfe zur Selbsthilfe. Die Menschen vor Ort sollen in die Lage versetzt werden, ihre Lebensverhältnisse aus eigener Kraft zu verbessern.

Vielen Dank für das Interview und ein gesegnetes Jahr 2012!

Von Peter Ionian veröffentlicht am 06.01.2012

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