Am 1. Juli fand der boysday, organisiert von der Jungen Kirche Vorarlberg, heuer bereits zum zweiten Mal statt. Landesweit konnten junge Männer zwischen 13 und 18 Jahre einen Tag lang in Berufsfelder wie Kindergartenpädagoge, Volksschullehrer oder Krankenpfleger hineinschnuppern. Auch die Lebenshilfe bot Schnupperstellen an.

Insgesamt 62 Buben und junge Männer nutzten das Angebot und waren einen Tag vor Ort live dabei. Volksschule, Kindergarten, Pflegeheim. „Auch wir Männer können das!“, dachten sich einige der jungen Herren und haben sich einen Tag aufgemacht, um „untypische Männerberufe“ zu erkunden. Dominic schnupperte im Kindergarten Kennelbach und war ganz begeistert: „Mir hat das so gut getaugt, dass ich auch noch am Nachmittag geblieben bin! Ich habe viel über die Bildungsarbeit erfahren. Die Arbeit mit Kindern macht wirklich Spaß!“

„Männer können sehr wohl einfühlsam, aufmerksam und sozial engagiert sein. Es gibt  nicht nur ein Idealbild von Männlichkeit“, so Christina Thanner, Organisatorin des boysday. „Es ist wichtig, alte Rollenklischees aufzubrechen und zu zeigen, dass Männer sogenannte „typische“ Frauenberufe ebenfalls ergreifen können. Dadurch haben sie auch eine breitere Palette an Berufs- und Entfaltungsmöglichkeiten.“

Hannes Hagen, gelernter Intensivkrankenpfleger und Veranstalter des Szene Open Airs begründet, wieso es im Pflegebereich Männer braucht: „Männer haben einen anderen Zugang zu bestimmten Patientengruppen. So vertrauen sich Männer mit einem bestimmten Krankheitsbild lieber Männern an, so wie das bei Frauen auch der Fall ist, dass sie sich unter bestimmten Umständen lieber Pflegerinnen anvertrauen. Weiters bringen Männer Stabilität in ein Team, auch eine gewisse Ruhe.“ Hagen betont dass ein gemischtes Team sehr viele Vorteil mit sich bringt.

Der männliche Part ist genauso wichtig! Auch Christoph Simma, Volkschullehrer an der VS Rankweil Markt ist überzeugt: “Das Männliche, das Väterliche ist genauso wichtig wie das Weibliche, das Mütterliche. Männer kommunizieren in der Schule anders mit Kindern als Frauen. Kinder brauchen daher den männlichen Part genauso wie sie den weiblichen Part brauchen.“

Um jungen Männern die Möglichkeit zu geben, sich diese Berufsfelder anzuschauen, wurde der boysday, das Pendant zum girlsday, vom Bundesministerium für Soziales und Konsumentenschutz ins Leben gerufen. Langfristig kann eine Etablierung des boysday dazu beitragen, dass in Zukunft mehr Männer soziale Berufe für sich entdecken, da sie schon früh mit diesem Berufen in Berührung kommen.

„Ich finde den boysday eine wichtige Aktion, die man unterstützen und weiter ausbauen sollte.“, bekräftigt Hannes Hagen abschließend.

Von Daniel Furxer veröffentlicht am 02.07.2010

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